Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
40
Erscheinungsjahr:
2005
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000250386/24/
behrlich. Die Schweiz, der kleine Vielvölkerstaat, hat keine Idee, aber sie ist – obwohl nicht EU-Mitglied – ein vergleichsweise musterhaftes Bei - spiel dafür, dass für die Kohäsion, pompöser: die Bündnistreue, eine zi- vile Organisation der Ungleichen den Ausschlag gibt. Der politische Bon sens, das Empfinden für Billigkeit und Verhältnismässigkeit ent - schei den darüber, ob ein übernationales Gebilde angenommen wird. Der wirtschaftliche Erfolg allein bringt es nicht, denn die Ökonomie kennt nur den «Standort», aber weder Heimat noch Vaterland, und von der Würde des Opfers hat sie keinen Begriff. Noch einmal: damit die EU gastfrei, wohl gar beispielhaft werde, braucht man ihr keine andere Kultur als dem Planeten insgesamt zu wün schen. Da diese aber noch in weiter Ferne steht, lässt sich Europa als Etappenziel eines Pionierprojekts der Zivilisation betrachten – und auch lieben. Mein Europa wäre ein Laboratorium gesellschaftlichen und staat - lichen Zusammenlebens, dessen Ziel sich von seinem Weg nicht unter - schei den lässt. Beides finde ich lapidar in Kants Kategorischem Impera - tiv ausgedrückt: «Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zu- gleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.» 24Adolf Muschg
        

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