Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
40
Erscheinungsjahr:
2005
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000250386/223/
Bruno Lezzi:Liechtenstein kann sich ja nun nicht damit begnügen, auf dem bisher Erreichten auszuruhen. Es gilt vielmehr, den Blick in die Zukunft zu richten. Fürst Hans-Adam II. hat schon vor Jahren erklärt, die EWR-Mitgliedschaft halte alle Optionen offen. Nun könnte man sich eine Situation vorstellen, in der nur noch Liechtenstein dem EWR angehört. Wäre unter solchen Vorzeichen der Beitritt zur EU eine realis - tische Alternative? Otmar Hasler: Zunächst bitte ich darum, den EWR nicht zu beerdigen, bevor er gestorben ist. Er wurde zwar immer wieder totgesagt, aber er lebt und er funktioniert und er wird auch in den nächsten Jahren funk - tionieren. Selbstverständlich hat die EU das Interesse am EWR ein Stück weit verloren, weil sie mit ihrem Erweiterungsprojekt andere Prioritäten gesetzt hat. Dennoch haben wir im EWR eine Integrationsplattform ge- funden, die für uns gut ist und die auch weiter entwickelbar ist. Der EWR ist nicht nur ein Wirtschaftsvertrag. Die nächsten Schritte werden zeigen, dass wir uns darüber hinaus auch noch weiter integrieren kön - nen. Ich denke hier an «Schengen/Dublin», an die justizielle Zusam - men arbeit und an die Zusammenarbeit im Bereich der inneren Sicher - heit. Wenn die Schweiz «Schengen/Dublin» beitritt, dann bin ich der Über zeu gung, dass das auch der richtige Schritt für Liechtenstein ist. Da neben ist es sicher wichtig, dass wir über verschiedene Optionen nach denken. Aber es wäre ein falsches Signal, jetzt von Liechtenstein aus den EWR in Frage zu stellen. Wir wollen den EWR erhalten und uns da- rin weiterentwickeln. Die anderen Optionen werden wir selbstver ständ - lich durchdenken. Hans Brunhart: Wenn man die liechtensteinische Aussenpolitik der letz - ten Jahrzehnte beobachtet, stellt man fest, dass es eine durchgehende Kom ponente in der Zielsetzung gab: der Stärkung der Souveränität durch politische und wirtschaftliche Integration. Das galt für die KSZE sowie für den Europarat. Man vergisst heute, wie schwierig der Beitritt Liechtensteins zum Europarat war. Aber auch dort war Liechtenstein schlussendlich erfolgreich, weil man eine hohe Ambition gehabt hat. Man hat sich nicht mit zum Teil freundlichen und gut gemeinten, aber unseren Ansprüchen nicht genügenden Modellen zufrieden gegeben. Ähnliches war beim EWR-Beitritt der Fall. Auch in diesem Fall ist 231 
Zusammenfassung der Podiumsdiskussion
        

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