Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
40
Erscheinungsjahr:
2005
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000250386/207/
an den EWR-Verhandlungen teilnehmen zu können. Bei der Grün dung der Freihandelszone dreissig Jahre früher war eine eigen stän dige Mit - gliedschaft Liechtensteins – selbst ohne Stimmrecht – ge schei tert. Tritt Liechtenstein ohne die Schweiz der EU bei, müsste das Fürs - ten tum den Zollvertrag kündigen, da seine Pflichten mit denjenigen ei- nes EU-Mitglieds kollidieren würden. Die zwischenstaatlichen Bezie - hun gen Liechtensteins und der Schweiz wären somit hauptsächlich von den bilateralen Abkommen EU-Schweiz geprägt. In bilateralen Ver - hand lungen mit der Schweiz müsste eine annehmbare Lösung gesucht werden. Dank der Schengen-Teilnahme der Schweiz müssten keine Grenz kontrollen für Personen, aber Abfertigungskontrollen für den Wa ren verkehr eingeführt werden.70Falls das Fürstentum den Euro (einschl. der Ausgabe eigener Münzen) einführen möchte, würde der Wäh rungsvertrag auch aufgelöst. Allerdings könnte es auch weiterhin den Schweizer Franken verwenden oder beide Währungen als gesetz - liche Zahlungsmittel zulassen.71 Einfacher wäre es für Liechtenstein, wenn die Schweiz gleichzeitig der EU beitreten würde. Dies würde sowohl die Frage der Grenz kon - trollen beseitigen als auch den Verwaltungsaufwand einer Mitgliedschaft einschränken. Option 5b: EU-Beitritt Liechtensteins, EU-Beitritt der Schweiz («Modell Luxemburg») Eine Erweiterung um die Schweiz mit Norwegen und/oder Island wäre für die EU sehr interessant. Diese Staaten hätten keine Probleme bei der (grösstenteils schon erfolgten) Übernahme des 
Acquisund wären Netto - zahler zum EU-Haushalt. Träte Liechtenstein gemeinsam mit der Schweiz der EU bei, würde der Vorrang des Gemeinschaftsrechts gelten und die Regionalunion Schweiz-Liechtenstein beendet – sofern keine 213 
Liechtensteinische Integrationsoptionen «nach dem EWR» 70Unter Umständen wäre eine weitergeführte «Quadratur des Kreises» denkbar, bei der Liechtenstein im Sinne einer Übergangsregelung (d.h. bis zu einem absehbaren spä teren EU-Beitritt der Schweiz) die Abfertigung an der österreichischen Grenze anstatt am Rhein beibehalten könnte. Neu wären allerdings auch Agrarprodukte von der «parallelen Verkehrsfähigkeit» betroffen. 71Bis zur Einführung des Euro wurden in Andorra sowohl der französische Franc als auch die spanische Peseta verwendet.
        

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