Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
40
Erscheinungsjahr:
2005
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000250386/206/
sion angesiedelt sind, vertreten zu sein. Hier müsste sehr selektiv vor - gegangen werden. Jedenfalls würde Liechtenstein selbst bei minimaler Präsenz an die Grenzen seiner Kapazitäten stossen.69Eine EU-Mit glied - schaft würde für das Fürstentum zudem über den EWR hinaus Kosten verursachen (Gemeinsame Agrarpolitik, Budgetbeiträge, Personalauf - wand in Vaduz und Brüssel, etc.). Für den Zeitpunkt eines möglichen liechtensteinischen Beitritts ge - suchs wäre ein multilateraler Rahmen, d.h. ein Antrag zusammen mit anderen EFTA-Staaten, äusserst wichtig. Malta beispielsweise ist im Kon text der Osterweiterung um zehn neue Staaten und als relativ rei - ches Land beinahe «unbemerkt» beigetreten. Die Union würde sicher - lich multilateral mit den EFTA-EWR-Staaten verhandeln, aber kaum mit einer einzelnen Bewerbung aus Vaduz. Die EU favorisiert in ihren Aussenbeziehungen ohnehin einen «gruppenorientierten Ansatz», den sich das Fürstentum so zunutze machen könnte. Überdies sind infolge der institutionellen Reformen seit Nizza die Mitgliedschaftspflichten we niger weitreichend, während einstimmige Beschlüsse (z.B. in Steuer - fra gen) in der heterogeneren, erweiterten EU schwieriger zu erreichen sind. Option 5a: Liechtenstein tritt mit Norwegen und/oder Island der EU bei, Schweiz-EU Bilateralismus («Norderweiterung») Sollten Island oder Norwegen – bzw. in Kettenreaktion beide Staaten – einen EU-Beitritt anstreben, könnte die liechtensteinische Regierung auf diesem «nordischen Ticket» ebenfalls ein Gesuch nach Brüssel schicken. Viel leicht würde sich die Schweiz – die dann einen integrationspoliti - schen Alleingang ohne EFTA vor sich hätte – einer solchen «Nord erwei - te rung» anschliessen, was die Position Liechtensteins weiter stärken würde. Ein Beitrittsgesuch zusammen mit Island bzw. Norwegen zu stel - len, käme somit einem «window of opportunity» gleich. Ein solches hat Liechtenstein auch genutzt, als es 1991 der EFTA beitrat, um selb stän dig 212Sieglinde 
Gstöhl 69Von den etwa 300 EWR-relevanten EU-Ausschüssen nimmt Liechtenstein derzeit an zehn Ausschüssen regelmässig teil, je nach Thema kommen vereinzelt weitere hinzu. Überdies beteiligt sich das Land an allen ca. vierzig EFTA-Arbeitsgruppen. Ich danke Andrea Entner-Koch für diesen Hinweis.
        

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