Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
40
Erscheinungsjahr:
2005
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000250386/196/
lele, bilaterale Abkommen mit der EU über den Warenfreihandel hinaus abzuschliessen. Im Gegensatz zu Option 1a würde es sich somit nicht um eine indirekte partielle Teilnahme, sondern um einen expliziten Bila - te ra lis mus Liechtensteins handeln. Eigene sektorielle Abkommen er - scheinen dabei allerdings aufgrund des Aufwands höchst unrealistisch, wahrscheinlicher wäre eine Einbeziehung in bzw. eine Koppelung an die Schweizer Abkommen mit der EU. Fraglich ist, inwieweit die Schweiz das Fürstentum bei weiteren Verhandlungen als ein «Anhängsel» will - kom men heissen würde, wie gut die liechtensteinischen Interessen ange - sichts des politischen Gefälles vertreten werden könnten und ob die EU diese Vorgehensweise akzeptieren würde. In jedem Fall läge das institu - tio nelle Mitwirkungspotential Liechtensteins unterhalb des bestehenden EWR-Niveaus. Option 2b: Bilateralismus im Alleingang (ohne Zollvertrag), EU-Beitritt der Schweiz Vor einer Aufnahme in die EU müsste die Schweiz ihre Mitgliedschaft in der EFTA kündigen, und sie würde wohl auch mit Liechtenstein in Ge - spräche über die betroffenen bilateralen Verträge treten. Der Bundesrat hält im Integrationsbericht 1999 dazu fest: «Die Lage der mit Liechten - stein durch Staatsvertrag geschaffenen Zollunion müsste, gemeinsam mit Liechtenstein und der EG, überprüft werden.»43 Würde der Zollvertrag aufgelöst, könnte Liechtenstein «auf den Spuren der Schweiz» versuchen, ein eigenes Freihandelsabkommen und weitere bilaterale Abkommen mit der Union abzuschliessen.44Dies wür- de je doch entweder Grenzkontrollen zur Schweiz oder ein spezielles Markt überwachungssystem (Ursprungsregeln für liechtensteinische Exporte, Mehrwertsteuer, etc.) bedingen. Eine offene Grenze wäre nur möglich, wenn Liechtenstein entweder die gleichen Aussenzollsätze wie die EU ansetzen oder aber ganz auf Zölle verzichten würde und nur Wa - ren zirkulieren liesse, die im Binnenmarkt bereits in Verkehr gesetzt 202Sieglinde 
Gstöhl 43Schweiz 1999, S. 41. 44Für den Fall eines Weiterbestehens des Zollvertrags, s. Option 1b (ggf. ergänzt um zu sätzliche bilaterale Abkommen).
        

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