Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
40
Erscheinungsjahr:
2005
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000250386/183/
Europol geschlossen und 2005 hat Norwegen zusätzlich ein Koopera - tions abkommen mit Eurojust unterzeichnet. Aus wirtschaftlicher Sicht hat Norwegen in zwei wichtigen Ex - port b e reichen, dem Petroleumsektor und der Fischindustrie, Interes sen, die über den EWR hinausgehen. Die Entwicklungen in diesen Sek to ren seit dem negativen Referendum 1994 sprechen jedoch für eine Abschwä - chung der EU-Opposition.7Das wirtschaftliche Haupthinder nis eines isländischen EU-Beitritts ist nach wie vor eine für Island akzeptable Lösung bezüglich der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU, auch wenn sich die Wirtschaft stetig diversifiziert.8Die Regierung tut sich schwer mit dem Gedanken, die Souveränität über ihre Meeres res sourcen aufzu - geben, da die Wirtschaft noch immer von der Fisch in dus trie dominiert und die Ressourcenpolitik der Gemeinschaft für un zu reichend gehalten wird. Die Diskussion über einen möglichen Beitritt hat in Island zu Beginn des Jahres 2005 wieder etwas an Schwung gewonnen. Aller- dings hat Aussenminister Oddsson Berichte über eine «Kehrtwendung», die auf eine Äusserung seines Koalitionspartners Ministerpräsident Ásgríms son Ende Februar 2005 zurückgehen, dementiert.9Das Thema wurde vorerst von den Regierungsparteien bis zu den im Frühjahr 2007 anstehenden Parlamentswahlen auf Eis gelegt. Der norwegische Minis - ter präsident Bondevik hatte sich umgehend bei seinem isländischen Kollegen erkundigt.10Keiner der beiden nordischen Staaten will sich in eine Situation manövrieren, in der er alleine mit Liechtenstein im EWR verbleibt. Bondevik spricht von einer «klaren Wechselwirkung» und er- wartet ebenfalls eine neue Debatte über einen Beitritt nach 2007.11Ein norwegisches Beitrittsgesuch war in der Legislaturperiode 2001–2005 auf grund einer Koalitionsvereinbarung ausgeschlossen.12Im September 2005 fanden jedoch Neuwahlen statt. Die öffentliche Meinung und auch 189 
Liechtensteinische Integrationsoptionen «nach dem EWR» 7Archer 2005, S. 105–121, 129–131. 8Island 2000, S. 52–56; Thorhallsson/Vignisson 2004b. 9Ríkisútvarpid 2005; Frankfurter Allgemeine Zeitung 2005. 10Dagbladet 2005. 11Liechtensteiner Vaterland 2005. 12Die Koalition aus Konservativen, Christlicher Volkspartei und Liberaler Partei hat- te eine Art «Suizidklausel» vereinbart, wonach die Regierung zurücktreten würde, sollte die Frage einer norwegischen EU-Mitgliedschaft im Laufe dieser Regie - rungszeit aktuell werden.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.