Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
40
Erscheinungsjahr:
2005
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000250386/182/
trag» bietet dabei eine gute Plattform für die künftige Regelung der Be - zie hungen Liech ten steins zur Europäischen Union. Das folgende Kapitel geht vorerst der Frage nach, wie wahr schein - lich ein Ende des EWR derzeit ist. Anschliessend werden kurz die unter - schied lichen Formen von Wirtschaftsbeziehungen, welche die EU Dritt - staa ten anbietet, dargestellt. Im Hauptteil werden eingehend die liech - ten steinischen Integrationsoptionen «post-EWR» erläutert, bevor auf deren Grundlage einige Schlussfolgerungen gezogen werden. 1. Ist ein Ende des EWR in Sicht? Die letzten umfassenden Integrationsberichte der norwegischen und is - län dischen Regierungen sind bereits 2000 erschienen und hatten die Frage eines EU-Beitrittsgesuchs nicht thematisiert.2Beide Länder sind mit dem Funktionieren des EWR zufrieden, hegen aber Bedenken, weil die Union zunehmend Fragen ausserhalb der EWR-Materie3regelt und die EFTA mit der Osterweiterung weiter an politischem Gewicht verlo - ren hat. Als NATO-Mitglieder haben Island und Norwegen ein starkes Interesse an der Gemeinsamen Aussen- und Sicherheitspolitik der EU und an der sich im Aufbau befindenden Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik.4Vor allem die norwegische Regierung befürchtet, Einfluss auf wichtige sicherheitspolitische Entwicklungen in Europa zu verlieren.5Oslo pocht deshalb auf angemessene Kooperationsmechanis - men und hat im Dezember 2004 ein Abkommen über die Beteiligung an den Kriseneinsätzen der EU geschlossen. Im Bereich des «Raums der Frei heit, der Sicherheit und des Rechts» sind Norwegen und Island seit 2001 mit dem Schengener Abkommen und der Dubliner Asylkon ven - tion assoziiert.6Beide Staaten haben zudem Kooperationsverträge mit 188Sieglinde 
Gstöhl 2Norwegen 2000; Island 2000. 3Die EWR-Materie beschränkt sich auf Teile der ersten Säule der EU, während die jüngs ten nordischen Interessen vorwiegend die zweite und dritte Säule betreffen. 4Archer 2005, S. 141–151; Thorhallsson/Vignisson 2004a. 5Norwegen 2000, Kap. 2.4.2. Aber auch für Island dürfte die europäische Sicher heits - politik angesichts der Diskussionen um eine mögliche Schliessung der US-amerika- nischen Militärbasis in Keflavik an Bedeutung gewinnen. 6Archer 2005, S. 152–169; Eiríksson 2004.
        

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