Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
40
Erscheinungsjahr:
2005
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000250386/162/
Dass krisenhafte «Erschütterungen» und gegebenenfalls Umorien - tie rungen seines Hauptakteurs den übergreifenden Integrationsraum nicht unbeeinträchtigt lassen, liegt auf der Hand und ist bereits oben an ge - deutet worden. Änderungen im «Fahrplan» der Vertiefung und Erwei te - rung der EU-Integration (zeitlich, Ziele, «Zwischenhalte», «An schluss - züge») schlagen auch auf den übergreifenden Integrations ver band durch (Schaffung neuer Anreize oder Hindernisse für Neubeitritte, Er wei terung des Angebots neuer Alternativen zur EU-Mitgliedschaft, Er set zung alter durch neue Integrationsregime, usw.). Die Krise der EU ist auch als Kata - ly sator beschleunigten Wandels in Europa zu verstehen, in welche Rich - tung auch immer. Alle in den gemeinsamen europäischen In te gra tions - raum eingebundenen Staaten sind gut beraten, sich hierauf ein zustellen und Strategien und Perspektiven zu entwickeln. Die Situa tion gleicht insofern ein wenig der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, als vom Binnen - marktprozess der Europäischen Gemeinschaft35erhebliche wirt schaft - liche Verwerfungen ausgingen, welche zur Entdeckung der EWR-Idee (Jacques Delors) und zur Aufnahme von Verhandlungen der EG und ihrer Mitgliedstaaten mit den damals noch sieben EFTA-Staaten über das EWR-Abkommen führten.36Für einen kleinen Staat wie Liech ten stein gilt es besonders wachsam zu sein. «Vertrauen auf den EWR ist gut.» Die - ses Vertrauen mit Überlegungen und Reservestrategien für einen «Plan B» zu verbinden, sollte der EWR sich durch Neu-Übertritte von EWR/ EFTA-Staaten in die EU gewissermassen selbst auflösen, «ist 
besser». 3. Kleinstaat und Integration Für einen kleinen Staat wie Liechtenstein bedeutet die Integration eine ständige Herausforderung, aber auch eine grosse Chance.37Einerseits ist das Land naturgemäss gewohnt, Anlehnung bei grösseren Nachbarstaa - 168Thomas 
Bruha / Katrin Alsen 35Weissbuch über die Vollendung des Binnenmarktes, 14. Juni 1985. 36Siehe aus der damaligen Zeit Thomas Bruha, Liechtenstein im europäischen Inte gra - tions prozess, in: Peter Geiger/Arno Waschkuhn (Hrsg.), Liechtenstein: Kleinheit und Interdependenz, 1990, S. 181 ff.; ders., Staats- und völkerrechtliche Grund fra - gen einer EWR-Mitgliedschaft Liechtenstein, LJZ 13 (1992), S. 3 ff. 37Umfassend dazu Thomas Bruha/Katja Gey-Ritter, Kleinstaat und Integration: Liech tenstein im europäischen Integrationsprozess und in der Welthandelsordnung, Archiv des Völkerrechts 36 (1998), S. 154 ff.
        

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