Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
40
Erscheinungsjahr:
2005
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000250386/161/
geflaggt, zumindest verbal.31Realistischerweise kommen hierfür aber lang fristig wohl nur ganz wenige Staaten bzw. Regionen in 
Betracht.32 2. EU-Krise als Katalysator des Wandels in Europa Der EWR sowie die mit ihm erstmals verwirklichte Idee einer «Binnen - marktmitgliedschaft ohne EU-Mitgliedschaft» bieten also ein Funda - ment, «auf dem sich bauen» lässt. Er fügt sich sinnvoll in das Integra - tions system der europäischen Staaten ein. Die EU ist zweifellos das Kern stück der europäischen Integration, im wirtschaftlichen wie im poli ti schen Sinne. Sie ist jedoch eingebettet in ein weites Netz von Inte - gra tionsbeziehungen und Integrationsräumen, die sich in vielfältiger Weise unterscheiden (Integrationsniveau, funktionale Reichweite der In - te gra tion, Vertragsstrukturen, u.a.), die jedoch miteinander verflochten sind und sich zum Teil wechselseitig «überlappen». In räumlicher Hin - sicht lässt sich von einem flexiblen, dynamischem Wandel unterliegen - den System «überlappender Räume regionaler Integration» bzw. «over - lapp ing areas of regional integration»33sprechen; in der gewissermassen vertikalen Perspektive der Überlagerung und Durchdringung der hieran teilnehmenden Staaten durch unterschiedlich konzipierte Integrations - ver bände von einem «Mehr-Ebenen-System der Integration» (multi-le- vel system of integration)34, das ebenfalls durch ständige Veränderun gen gekennzeichnet 
ist.167 
EWR, EU-Mitgliedschaft und neue Nachbarschaftspolitik der EU 31Siehe Mitteilung der Kommission, S. 4: «Zu diesem Zweck [engere wirtschaftliche In - tegration mit der EU im Gegenzug zu politischer, wirtschaftlicher und institu tio - neller Reform] soll Russland, den westlichen NUS und den Ländern im südlichen Mit tel meerraum die Aussicht auf Teilnahme am Binnenmarkt der EU und auf weite- re Integration und Liberalisierung zur Förderung der Freizügigkeit und des freien Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs (vier Freiheiten) geboten werden.» 32Zur Zeit gilt das grösste politische Interesse der Ukraine. Doch auch diese ist weit da von entfernt, auch nur ansatzweise «binnenmarktfähig» zu sein. 33Wolf Schäfer, Overlapping integration areas, in: F.P. Lang/Renate Ohr (Hrsg.), Inter national Economic Integration, 1995, S. 49 ff. 34Zunächst entwickelt in den Politikwissenschaften, vgl. Fritz W. Scharp/Bernd Reis - sert/Fritz Schnabel, Politikverflechtung: Theorie und Empirie des kooperativen Fö deralismus in der Bundesrepublik, 1976; sodann rezipiert und adaptiert durch die Rechtswissenschaften, siehe zu verfassungsrechtlichen Überlegungen insbesonders Ingolf Per nice, Multilevel Constitutionalism and the Treaty of Amsterdam: Euro - pean Con stitu tion-Making Revisited, CMLRev. 36 (1999), S. 703 ff; ders., Natio - nales und europäisches Verfassungsrecht, VVDStRL 50 (2001), S. 148, 163 ff.
        

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