Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/41/
ein anschauliches Ergebnis erzielt wird, zum anderen aber den Nachteil, dass jeder numerischen Grenzziehung das Odium der Willkürlichkeit54 anhaftet. Dazu kommt noch die offensichtliche korrelative Beziehung, dass je weniger Einwohner ein Staat zählt, desto mehr Staaten dieser Grössenordnung existieren. Wie 
Rapaport u.a.55in einer UNITAR- Unter suchung der Häufigkeitsverteilung von Staaten (und abhängigen Ter ri torien) nach Bevölkerungszahl empirisch nachweisen, lässt sich kei- ne abrupte Trennlinie zwischen Kleinststaat und «normalem» Staat nach weisen. Dementsprechend unterschiedlich fallen in der Lehre auch die ein - zel nen Vorschläge bezüglich einer konkreten Mindestbevölkerungs an - zahl aus.56So bestimmte zunächst 1948 ein Autorenteam in Art. 4 Abs. 1 seines Vorentwurfes für eine Weltverfassung, dass die Unter gren ze eines souveränen Staates bei einer Bevölkerungszahl von 100’000 Ein wo hnern liege.57Die nächsthöhere Grenze zog 
de Smithmit einer Bevöl ke rungs - zahl von 150’000,58wobei grundsätzlich auf die Erfordernisse einer ef - fek tiven Staatsgewalt, vor allem aber auf die Voraussetzungen einer ent - spre chenden Verkehrsfähigkeit abgestellt wurde. Eine Bevöl ke rungs zahl von 300’000 scheint gleich einer Reihe von Autoren59das rich tige Ab - gren zungskriterium zu sein, wobei ein Autor unterhalb dieser Kleinst - staatengrenze noch eine weitere Untergrenze von 100’000 Ein woh nern setzt, die die Mikrostaaten von den «Sub-Mikrostaaten» trennt.60 Eine Mio. Einwohner fordert zum einen die vorstehend bereits erwähnte UNITAR-Studie von Rapaport u.a. aus dem Jahr 1969,61ohne diese Grenze allerdings dogmatisch zu verstehen, sowie zum anderen 47 
Kleinstaaten im Völkerrecht 54Vgl. dazu aber Erhardt(Fn. 7), S. 89. 55Rapaport, J.-Muteba, E.-Therattil, J.Small States & Territories. A UNITAR-Study (1971), S. 186, fussend auf der früheren UNITAR-Studie «Status and Problems of Very Small States and Territories» (UNITAR Series, No. 3, 1969); Seiler(Fn. 7) über nimmt diese Graphik auf S. 11. 56Vgl. dazu Seiler(Fn. 7), S. 10 ff. 57Hutchins, R. u.a.Preliminary Draft of a World Constitution (1948), S. 10, zitiert bei Erhardt (Fn. 7), S. 91 und Seiler (Fn. 7), S. 11 f. 58De Smith, S.Microstates and Micronesia : Problems of America’s Pacific Islands and Other Minute Territories (1970), S. vii. 59Vgl. Blair, P.The Ministate Dilemma, Carnegie Endowment for International Peace-Occasional Paper No. 6 (1968), S. 3 f.; Plischke, E.Microstates in World Affairs (1977), S. 18 f., Erhardt(Fn. 7), S. 93 f.; Darsow, T.Zum Wandel des Staats - begriffs (1984), S. 177, 185. 60Plischke(Fn. 59), S. 18 f. 61Vgl. Fn. 55.
        

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