Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/302/
des Fürstentums als Vollmitglied eingesetzt, so dass die Voraussetzungen für eine enge Kooperation gegeben waren. Neben der Schweiz pflegte Liechtenstein auch mit seinem zweiten Nachbarstaat, Österreich, stets enge Beziehungen innerhalb des Europarates. Neben den traditionellen Ver bindungen spielen hierbei auch die persönlichen Beziehungen der liechtensteinischen Fürstenfamilie zum ehemaligen österreichischen Herr scherhaus eine wichtige Rolle. Die geographische Nähe, vor allem aber auch die sprachliche Verwandtschaft schliesslich lässt Liechtenstein auch zu Deutschland stets gute Kontakte pflegen. Für San Marino hat sich die Frage nach dem wichtigsten Partner im Euro parat ebenfalls nie wirklich gestellt: Umgeben von seinem einzigen Nachbarn, Italien, hatte sich die Aussenpolitik des kleinen Staates noch bis in die siebziger Jahre hinein praktisch auf die Ausgestaltung der bila - te ralen Beziehungen zur italienischen Republik beschränkt. Islands Beziehungen zum ehemaligen Mutterland Dänemark wa- ren zum Zeitpunkt des Beitrittes zum Europarat noch vielfältig und eng. Ähnlich verbunden fühlen sich die Isländer mit den anderen skan di - navischen Staaten des Europarates, Norwegen und Schweden. Etwas weniger geradlinig in der Frage der Wahl der Hauptpartner in Strassburg stellt sich die maltesische Politik dar. Mit der ehemaligen Ko - lonialmacht Grossbritannien pflegte Malta anfänglich intensive Be zie - hungen, ebenso wie mit Italien. Unter dem «Konfrontationskurs» der Regierung Mintoff isolierte sich die maltesische Regierung in Europa weit gehend, und es kam zu grossen Spannungen insbesondere im Ver hält - nis zu Grossbritannien. Mit der Normalisierung der Beziehungen nach dem Regierungswechsel im Jahre 1987 verbesserten sich auch die Be zie - hungen zur ehemaligen Kolonialmacht schnell wieder, und auch die Bin - dungen an Italien als «nächstem Nachbarstaat» wurden wieder 
stärker. Aussage 14 Durch die Mitarbeit von Kleinststaaten im Europarat wird ein gross staat - lich-einheitliches Denken innerhalb der Organisation vermieden. So exis- tieren im Europarat nur wenige Anflüge von grossstaatlichem Prä pon - deranzdenken, von Intoleranz gegenüber dem Kleinen und Schwachen. Die gleichberechtigte Mitwirkung aller Kleinststaaten legitimiert den Euro parat zudem als demokratische Organisation.313 
Kleinstaaten im Europarat
        

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