Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/299/
Auf eine bewegte Zeit am Europarat kann Malta zurückblicken. Die Aktivitäten des Mittelmeerstaates waren von höchst unterschied - licher Intensität und Art: Auf einen vielversprechenden Beginn der Mit - gliedschaft folgten 1970 der Verzicht auf die Ausübung der Präsi dent - schaft im Ministerkomitee und ab 1971 äusserst turbulente Jahre unter Premier minister Mintoff. Die schwache und unregelmässige Präsenz im Ministerkomitee wurde zuweilen überschattet durch einen von der Re - gie rung verhängten Boykott der Parlamentarischen Ver samm lung oder gar durch Austrittsdrohungen seitens des Premier minis ters.28Mehr noch als der quantitative Aspekt litt damals die qualitative Seite der Mitarbeit Maltas in Strassburg. Nach dem Regierungswechsel des Jahres 1987 normalisierten sich die Beziehungen zwischen Malta und dem Europarat zusehends, und der Kleinststaat verstärkte seine Mitarbeit in Strassburg ab diesem Zeitpunkt wieder. Keinem der untersuchten Kleinststaaten fehlte es demnach an den Mög lichkeiten, den hauptsächlichen Pflichten eines Europarats mit glie - des nachzukommen. Hingegen war der Wille hierzu im Falle von Is land stets nur beschränkt vorhanden, bei Malta zeitweise gar 
nicht. Aussage 11 Durch die Mitgliedschaft im Europarat wurde die aussenpolitische Stel - lung aller untersuchten Kleinststaaten – im Ausmass ihres jeweiligen Enga gements – gestärkt. (Im Falle von Malta ist es dem Europarat durch Vermittlung gar ge lungen, den Inselstaat, welcher in seiner demokratischen Entwicklung ernsthaft gefährdet war, vor einem Abgleiten in autoritäre Zustände zu be wahren.) Die starke aussenpolitische Stellung, welche der Kleinststaat Luxemburg heute international geniesst, ist in erster Linie auf dessen Mitgliedschaft in der EU zurückzuführen. Wird zudem berücksichtigt, dass das Gross - her zogtum Vertragsstaat der BeNeLux-Gemeinschaft, der NATO und 310Markus 
R. Seiler 28Seiler, S. 154–168.
        

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