Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/296/
Lange von diesem Effekt profitiert hat das Fürstentum Liech ten - stein. In der Beitrittsphase war es der ehemalige Regierungschef Batliner, der als langjähriger Leiter der liechtensteinischen Delegation hervor ra - gende Arbeit in Strassburg geleistet hat. Nach dem Beitritt sorgte Prinz Nikolaus während zehn Jahren als Ständiger Vertreter des Fürstentums für Kontinuität und Berechenbarkeit in der Europaratspolitik des Kleinst staates. Parallel dazu trug Regierungschef Brunhart von 1978 bis 1993 die aussenpolitische Verantwortung in Vaduz und leitete während dieser Zeit regelmässig die liechtensteinische Delegation an den halb - jähr lich stattfindenden Treffen der Aussenminister. Alle drei Persön lich - keiten standen so gleichsam für die Kontinuität und Zuverlässigkeit des Fürstentums ein. Ähnlich erfolgreich war Luxemburg. Dank ihrer unbestrittenen fach lichen Kompetenz und begünstigt durch ihre lange Amtszeit, wuss - ten z.B. dessen Ständige Vertreter viel Goodwill für ihr Land zu schaffen. Derweil hatte Island einen deutlich schwereren Stand. Es galt in Strass burg in der Vergangenheit zuweilen als wenig aktiver, oft gar des - interessierter22Staat. Malta schliesslich zeigt am eindrücklichsten, wie stark eine einzelne Per sönlichkeit das Bild und die Vorstellungen von Beobachtern über ein Land beeinflussen, ja prägen kann: War die erste Phase der Mitglied schaft im Europarat noch sehr vielversprechend verlaufen, folgte eine schwie - rige Phase: unberechenbar, fordernd, hin- und hergerissen zwi schen Ost und West, zwischen Europa und der arabischen Welt, auf einer ständigen Gratwanderung zwischen Demokratie und autoritärer Herr 
schaft. Aussage 9 Die untersuchten Kleinststaaten nehmen nicht nur formal, sondern auch faktisch gleichberechtigt an den Arbeiten und Entscheidungen des Euro - pa rates teil. Liechtenstein, San Marino, Malta und Island halten sich in- des oft freiwillig zurück, insbesondere bei Budgetdebatten oder Vor lagen mit Kostenfolgen. Auch ist der Gebrauch oder die Androhung des Vetorechts bei den beobachteten Kleinststaaten praktisch ausge schlossen. 307 
Kleinstaaten im Europarat 22Olöfsdottir, Interview vom 13.8.1993
        

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