Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/294/
und Verhandlungen der KSZE gleichsam die Aussenpolitik entdeckt: Vor diesem Zeitpunkt hatten sich die internationalen Beziehungen der beiden Länder weitestgehend auf die Regelung «technischer» Fragen mit ihren Nachbarstaaten beschränkt. Im Gegensatz zu grösseren Ländern, welche ein umfangreiches Netz diplomatischer Vertretungen unterhalten, war es den kleinsten Staa ten aufgrund ihrer beschränkten personellen und materiellen Kapa - zi täten nicht möglich, bilaterale diplomatische Beziehungen mit mehr als ihren unmittelbaren Nachbarstaaten zu unterhalten. Indes war es gerade für die Kleinststaaten mit ihren stark limitier - ten eigenen politischen Möglichkeiten von grösster Bedeutung, Bezie - hun gen mit anderen Ländern auf allen Ebenen pflegen zu können, um Erfahrungen und Know-How auszutauschen. Die Notwendigkeit solcher Kontakte schlägt sich auch in der in diesem Jahrhundert im Völkerrecht oft gehörten Forderung nieder, zur Souveränität eines Staates gehöre seine Fähigkeit, mit den anderen Völ - ker rechtssubjekten zwischenstaatlich zu verkehren. Insbesondere in den Bereichen Forschung, Wissenschaft, Bildung und Rechtsetzung war das Bedürfnis der Kleinststaaten gross, die Mög - lich keiten der fachlichen Zusammenarbeit im Rahmen des Europarates zu nutzen und 
auszubauen. Aussage 7 Der Europarat ist eine ideale Organisation für die untersuchten Kleinststaaten: Das Prinzip der Staatengleichheit im Ministerkomitee wie auch die überproportionale Berücksichtigung der Kleinststaaten bei der Festlegung der Stimmenverteilung in der Parlamentarischen Ver - samm lung kommt ihren Interessen entgegen. Die Zahl der Mitgliedstaaten des Europarates ist wesentlich kleiner als diejenige der UNO. Auch der Apparat des Europarates ist über - schaubar. Beides liegt im Interesse der Kleinststaaten, die mit beschränk - ten Ressourcen auskommen müssen. Durch die Beschränkung der Mitgliedschaft auf den Alten Kontinent be- wahrte der Europarat – besonders bis 1989 – eine starke Homogenität und begrenzte die Zahl der möglichen Mitgliedstaaten. Dies kommt den 305 
Kleinstaaten im Europarat
        

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