Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/290/
Mit arbeit in Strassburg über die äusserst schleppend vorangekommenen Inte grationsbestrebungen des Europarates schliessen. Diese Enttäu - schung führte schliesslich dazu, dass das Grossherzogtum 1951 be - schloss, sich an der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl zu beteiligen, um die europäische Integration voran zu - treiben. Anders lagen die Dinge im Falle von Island und Malta. Beide Kleinsts taaten sind Inseln und liegen ausgesprochen peripher «am Rande Europas» – Island zwischen dem europäischen und dem amerikanischen Kulturkreis, Malta zwischen Europa und der arabi schen Welt. Ihr Ziel war es, Zugehörigkeit zu Europa, zur europäischen Staa ten ge meinschaft und zum europäischen Kulturkreis zu dokumen tie ren. Das eigentliche Ziel der Strassburger Organisation und die haupt säch lichen Tätigkeits - ge biete des Europarates traten gegenüber diesen allgemeinen politischen Überlegungen klar in den Hintergrund. Daneben manifestierte sich der Wunsch der beiden Staaten, ihren öko nomischen Entwicklungsrückstand zu Europa aufzuholen. So such- ten Maltas Vertreter über die Mitgliedschaft in Strassburg auch konkre- te materielle Hilfe. Oft wurde von maltesischer Seite gar der eigent liche Nutzen der Mitarbeit in Strassburg – unter Verweis auf die unzulängli- che materielle Hilfe der Organisation – grundsätzlich in Frage gestellt. In den siebziger und achtziger Jahren dann begann die Annähe rung an die Europäische Gemeinschaft bald zum dominierenden Ziel maltesi- scher Europapolitik zu werden. Den eigentlichen Tätigkeiten des Euro - parates auf den Gebieten der Menschenrechte, der Kultur und an de ren Bereichen schenkten die Vertreter Maltas dagegen erst nach dem Regierungswechsel im Jahre 1987 vermehrt Beachtung. Wiederum anderer Natur waren die wichtigsten Gründe, die Liech tenstein und San Marino veranlassten, dem Europarat beizutreten. Den hauptsächlichen Betätigungsfeldern der Organisation kam zwar durch aus eine gewisse Bedeutung zu, das zentrale Moment für die Be - mü hungen um die Mitgliedschaft lag indes in der internationalen Bestätigung der Souveränität und staatlichen Unabhängigkeit der beiden Länder.18301 
Kleinstaaten im Europarat 18Zum Begriff der Souveränität vgl. Camilleri, Crawford, Darsow, Wildhaber.
        

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