Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/267/
Die 
Herausforderungbesteht darin, den Grundsatz der «souverä - nen Gleichheit» umzusetzen. Souveräne Gleichheit ist dabei zu unter - schei den von Souveränität: Souveränität war gerade für Liechtenstein ein wichtiges und schwieriges Thema im Zusammenhang mit der Mikro - staa ten diskussion – als Mitglied des Völkerbunds war Liechtenstein nicht willkommen, und auch im Zusammenhang mit der Aufnahme in den Europarat wurden noch Argumente vorgebracht, welche die Souve - rä nität Liechtensteins anzweifelten. Diese Diskussionen werden heute nicht mehr geführt – und schon gar nicht bei den Vereinten Nationen. Zu weilen ist dagegen noch der Grundsatz der souveränen Gleichheit zu verteidigen, d.h. Tendenzen entgegenzutreten, welche Kleinstaaten insti- tutionell schlechter stellen wollen. Bei diesen Diskussionen ist es gerade für ein Land der Grösse Liechtensteins wichtig, kompromisslos aufzu- treten. Die 
Chance, welche eine UNO-Mitgliedschaft bietet, ist ungleich grösser: In gewisser Weise bietet die UNO eine geradezu ideale Platt - form für Kleinstaaten: Aus der Perspektive Liechtensteins ersieht man das schon daran, dass als «Kleinstaat» all diejenigen Staaten gelten, deren Bevölkerung weniger als 10 Millionen Menschen ausmacht – das sind ge- genwärtig fast die Hälfte der UNO-Mitglieder – und Liechtenstein be - findet sich dort in der Gesellschaft von Staaten wie Schweden, Schweiz, Norwegen und Singapur: Alles Staaten, die nach unserer Wahr neh mung nicht «klein» sind. Auch dies mag etwas seltsam anmuten, Faktum ist gleichzeitig aber auch: Im Vergleich zu den USA oder China sind einfach alle anderen klein – wie klein ist dann nur noch ein Detail. Ein Kleinstaat kann die UNO mit ihrer universellen Mitgliedschaft dazu nutzen, welt- weit nicht nur bekannt zu werden, sondern auch darzu stellen, wofür er steht. Die beste Art, dies zu tun, besteht darin, sich nicht auf den «olym- pischen Gedanken» des Dabeiseins zu beschränken. Die UN- Mitgliedschaft wird von einem Kleinstaat dann optimal ge nutzt, wenn er diese Gelegenheit ergreift, auf einer internationalen Bühne ein eigen- ständiges Profil zu schaffen. 278Christian Wenaweser
        

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