Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/227/
Sie im Verlauf des Referates erkennen können. Haben Sie, bitte, auch Ge duld, wenn ich etwas weiter aushole, um meine These, die für man- che etwas ungewöhnlich klingen mag, zu begründen. Ich behalte dabei den Titel des Referates durchaus im Auge und werde auch auf die im ursprüng lich vorgesehenen Titel genannten Funktionen zu sprechen kommen. Bevor ich aber mit dem Thema beginne, möchte ich noch fest hal - ten, was mit der Bezeichnung Kleinstaat gemeint ist. Es ist mir bewusst, dass nach der offiziellen Sprachregelung Österreich ein «mittlerer Staat» ist. Ich meine aber, dass für die gegenwärtige Untersuchung eine so dif - fe renzierte Kategorisierung, in der womöglich auch noch Mikrostaaten untergebracht werden müssten, nicht notwenig ist. Für die hier ange - spro chene Problematik reicht es, zwischen Grossen und Kleinen zu un - ter scheiden. Es ist nicht einmal notwendig, sie exakt zu definieren. Man kann das getrost der pragmatischen Betrachtung überlassen und, den be - rühmten Ausspruch eines amerikanischen Richters über die Definition von «hard pornography» variierend, sagen: Zwar kann ich den Klein - staat nicht definieren, aber wenn ich einen Grossen – oder auch einen Kleinen – sehe, weiss ich, dass er einer 
ist. 2. Die mögliche Änderung des Weltsystems 2.1. Die verschiedenen Organisationsformen in der Geschichte Die jeweils interagierende Welt ist im Verlauf der Geschichte verschie - den geordnet gewesen. Völkerrechtshistorische Untersuchungen der jüngsten Zeit1haben aber zwei 
grundsätzlicheOrganisationsmodelle feststellen können. Eines das auf der rechtlichen Gleichheit der im Sys - tem agierenden Einheiten beruht und in etwa in der klassischen euro päi - schen Völkerrechtsgemeinschaft verwirklicht war. Ich sage «in etwa», weil Gleichheit nur unter den sog. «zivilisierten» Staaten herrschte, d.h. den europäischen einschliesslich Nordamerikas, nicht in Beziehung zu aussereuropäischen. Sie werden sich aus dem Geschichtsunterricht ge- 236Karl 
Zemanek 1Vor allem Onuma, When was the Law of International Society Born?, in: Journal of the History of International Law 2, 2000, S. 1–66.
        

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