Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/220/
Bündnisse können jedoch, ergänzend zu ihrer verteidigungs po li ti - schen Kernfunktion, weitere Leistungsmerkmale aufweisen: So hat sich etwa die NATO zu einer umfassenden sicherheitspolitischen Koordina - tions instanz entwickelt, die der Planung, Abstimmung und Umsetzung friedensfördernder Aktionen dient. Als solche verbessert sie die Durch - führ barkeit solcher Aktionen. Sie kann aber auch deren Legitimation steigern, indem sie es möglichst vielen Staaten erlaubt, sich daran zu be - tei ligen. Diese Funktion von Bündnissen kann im Falle ihrer Koope ra - tion mit weiteren Organisationen ausgebaut werden: Die Zusammenar - beit der NATO mit der EU sieht vor, dass im Falle des Rückgriffs der EU auf NATO-Infrastruktur und Logistik bei der Durchführung frie - dens fördernder Aufgaben alle EU-Mitgliedstaaten beteiligt werden kön - nen. Damit öffnet sich die NATO der Zusammenarbeit mit Staaten, für welche die Beistandsklausel des Bündnisses nicht gilt. Schliesslich kön - nen Bündnisse auch der Einsparung von Rüstungskosten dienen, in dem sie als Agenturen des «Burden-Sharings» die Aufteilung von Chargen und Ressourcen der Mitgliedstaaten fördern. Militärbündnisse können für Kleinstaaten somit noch von Bedeu - tung sein, jedoch nicht mehr im Sinne ihrer ursprünglichen vertei di - gungs politischen Kernfunktion, sondern als Unterstützungs- und Koor - di na tions organisationen im Bereich der Friedens- und Sicherheits 
politik. 6. Neue verteidigungs- und sicherheitspolitische Optionen Sowohl die Neutralität als auch Militärbündnisse haben ihre Kernfunk - tio nen eingebüsst. Wissenschaftlich kann diese Einbusse mit dem Bedeu - tungs verlust der realistischen Prämissen zur Erklärung der internationa - len Beziehungen, insbesondere was Europa betrifft, erfasst werden. Kon kret stellt sich die Frage, welches im neuen internationalen Umfeld verteidigungs- und sicherheitspolitische Orientierungspunkte für Klein - staaten sein 
können. 6.1. Kooperative Verteidigungspolitik Bereits im Kalten Krieg war die autonome Verteidigung, der gewisse Klein staaten, wie etwa die Schweiz, offiziell verpflichtet war, für den Fall 229 
Sicherheits- und Verteidigungspolitik von Kleinstaaten
        

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