Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/194/
lange nicht zu, dass er eine aktive Rolle auf der internationalen Bühne spielen könne. Heute ist unbestritten, dass Liechtenstein die von ihm er- wartete Mitarbeit erbringt. Als beredte Beispiele seien lediglich die erfolg reich geführten Vorsitze in der EFTA, im EWR und im Euro pa rat genannt. In die Dekade des Beitritts zum Europarat fiel auch der Beginn der Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE, der heutigen OSZE), der Liechtenstein von Anfang als Mitglied angehörte. Gerade weil Liechtenstein nicht Mitglied bei der EU ist, bleiben diese beiden Organisationen – Europarat und OSZE – wichtige Pfeiler unse - rer Europapolitik. Dies gilt, obwohl in den aktuellen Diskussionen zu anderen Themen diese Organisationen vielleicht etwas in den Hinter - grund getreten sind. Der EWR-Beitritt Liechtensteins am 1. Mai 1995 widerlegt ein al- tes, auch in Liechtenstein gebräuchliches Sprichwort, dass niemand gleichzeitig auf zwei Hochzeiten tanzen könne. Liechtenstein ist es näm - lich gelungen, trotz EWR-Mitgliedschaft die Zoll- und Wirtschafts union mit der Schweiz vom 1. Januar 1924 beizubehalten. Die Zugehö rig keit Liech tensteins zu zwei Wirtschaftsräumen wurde Wirklichkeit, nach - dem die Schweiz im Dezember 1992 einen EWR-Beitritt abgelehnt, Liech ten stein aber eine Woche später dem EWR-Abkommen zu ge - stimmt hatte. So mussten in Verhandlungen mit der Schweiz und den EWR-Partnern Regelungen gefunden werden, die es Liechtenstein er - lau ben, die bestehende enge Partnerschaft mit der Schweiz weiterzu füh - ren und gleichzeitig dem Europäischen Binnenmarkt anzugehören. In Weiterentwicklung des EWR nimmt Liechtenstein auch am poli tischen Dialog mit der EU teil: So finden gemeinsame Sitzungen auf politischer und Beamtenebene zu verschiedenen aussenpolitischen The - men statt und Liechtenstein assoziiert sich regelmässig zu Deklarationen und Stellungnahmen der EU. Die Osterweiterung der EU hat unmittel - ba ren Einfluss auf Liechtenstein. Dieser Einfluss bedeutet jedoch auch, dass sich Liechtenstein rechtzeitig Gedanken machen muss, wie ein für Liechtenstein adäquates Integrationsmodell in der Zukunft aussehen könnte. Da Norwegen und Island zusammen mit Liechtenstein als EFTA-Staaten am EWR beteiligt sind, haben deren Integrationspolitik sowie die institutionelle und räum - liche Entwicklung der Europäischen Union ganz wesentlich Einfluss auf die künftige Gestaltung dieses Integrationsmodells. 203 
Die Aussenpolitik des Fürstentums Liechtenstein
        

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