Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/193/
Politik beispielsweise oft viel direkter als manche innenpolitische Aus - ein andersetzung. Somit hat sich in Liechtenstein besonders in den letzten Jahren ein ge wachsenes Bewusstsein entwickelt, sich nicht abzukapseln, sondern einen konstruktiven Beitrag im Konzert der Staaten zu leisten. Dies kann jedoch selbstverständlich nur nach unseren Kräften und Möglich - keiten geschehen: Es ist daher auf der einen Seite wichtig, unsere Aus - sen politik weiterzuentwickeln, auf der anderen Seite müssen wir auf - grund unserer begrenzten Ressourcen ganz gezielt Schwerpunkte set- zen. Die eigenständige liechtensteinische Aussenpolitik ist ein junges Pflänzchen: Seit unseren Beitritten zur UNO, dem EWR und der WTO – alle erfolgten erst in den letzten zehn Jahren – haben sich die Aufgaben vervielfacht. 2. Multilaterales Aussenpolitisch ist Liechtenstein aus derzeitiger Sicht in den für unser Land wichtigen internationalen Organisationen vertreten. Diese multi la - te rale Zusammenarbeit bringt es mit sich, dass die Vertreter Liechten - steins die Möglichkeit haben, am gleichen Tisch mit Vertretern grosser Staa ten zu sitzen und ihren Beitrag zu bestimmten Themen einzu bringen. Als Kleinstaat müssen wir jedoch das richtige Mass finden: Es gilt der Grundsatz, die Stimme zu erheben, wo es wichtig ist und dies, wenn möglich, in Abstimmung mit Verbündeten zu tun. Wie generell in der Aussenpolitik hat sich Liechtenstein auch mit den Fragen der europäischen Integration relativ spät auseinandergesetzt. Liechtenstein bewegte sich entweder vornehmlich im Schlepptau der Schweiz oder war aufgrund des Zollvertrags ohnehin in die schweize ri - sche Aussenwirtschaftspolitik eingebunden. Dies gilt für die globale wie für die europäische Ebene. Liechtenstein konzentrierte sich vorrangig auf die internationale Absicherung seiner Souveränität und damit auf den generellen Ausbau der internationalen Präsenz des Landes. Vor rund dreissig Jahren setzte Liechtenstein jedoch verstärkt europapolitische Akzente. So wurden vor allem die Beziehungen zum Europarat mit dem Beitritt zu dieser Organisation im Jahr 1978 ausgebaut. Dabei mussten zuvor grosse Widerstände, zumal bei einigen grösseren Ländern, über - wun den werden. Einem kleinen Staat wie Liechtenstein traute man es 202Ernst 
Joseph Walch
        

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