Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/189/
innen europäische Friedensordnung betrachtet wurde, nun auffallend oft mit dem Argument der besseren gemeinsamen Erfüllung von Staatsauf - ga ben verteidigt wird. Dem Wunsch der Kleinstaaten nach internationaler Zusammen ar - beit und der grösseren Auslandsabhängigkeit entspricht auch deren Ein - satz in den aussenpolitischen Zielsetzungen für die Stärkung des Völker - rechts, der Menschenrechte, der multilateralen Institutionen. Es gibt kaum einen Kleinstaat, der nicht unproportional hohe Aufwendungen für die entsprechende UNO-Zusammenarbeit, für NGOs mit gleicher Zielrichtung etc. aufwendet. Eine Eigenheit der Diplomatie von Kleinstaaten ist ihre ver gleichs - weise starke Dezentralisierung und das Gewicht, das sie den Einzel ak - teu ren auf der diplomatischen Bühne zuerkennt. Dies ist sicher folge - richtig, denn das Machtgefälle kann zumindest teilweise durch geschick - tes Auftreten, durch die argumentative Stärke einzelner Persön lich keiten ausgeglichen werden. Gerade im multilateralen Bereich haben Kleinstaa - ten auch dadurch ein überproportionales Gewicht. Davon zeugt die kleinstaatliche Herkunft vieler hoher Beamter. Kleinstaaten und ihre Ver treter haben so auch eine vermittelnde Rolle und haben, wenn sich die Grossen streiten, Gelegenheit, das Gemeinsame besser zu ver kör - pern als die boxenden 
Rivalen. 3. Historische Aspekte Es liessen sich noch weitere Charakteristika kleinstaatlicher Aussen po li - tik herausschälen. Lassen Sie mich aber gegen den Schluss meiner Aus - füh rungen eine eher historische Perspektive in unsere Diskussion ein - bringen. Die Staatenbildung ist ja an sich ein komplexer Vorgang und der moderne Staatsbegriff ist etwa von einem mittelalterlichen Staatswesen oder sogar von einem des 18. Jahrhunderts recht unterschiedlich. Trotz - dem wird man die Aussage machen dürfen, dass es Kleinstaaten in der europäischen Geschichte immer gegeben hat und dass ihre Aussen po li - tik und Diplomatie, sofern diese Staaten bis heute überhaupt überlebt haben, eine bemerkenswerte Kontinuität kennen. Sicherlich hat Liechtenstein in den letzten 30 Jahren eine erhebliche Zunah me seiner aussenpolitischen Aktivität erfahren. Wir kannten aber 198Prinz 
Nikolaus von Liechtenstein
        

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