Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/186/
Die moderne Technologie hat übrigens sehr kleinen Staaten neue Instrumente in die Hand gespielt, die den unterschiedlichsten Mittel ein - satz zwischen gross und klein weniger offensichtlich machen. Denken Sie nur an die elektronische Datenübermittlung, die eine weltweite Kom mu ni kation und Präsenz erleichtert. Der Mitteleinsatz ist übrigens in Kleinstaaten effizienter, da leichter Synergien hergestellt werden kön- nen (grössere Überschaubarkeit, kürzere Amtswege usw.) Natürlich darf man sich keiner Illusion hingeben: Je kleiner der Staat, desto weniger werden die aussenpolitischen Bäume in den Him - mel wachsen und man muss sich auf das Wesentliche beschränken. In vielem ist die Aussenpolitik eines Kleinstaates einfach der Ausgleich zwischen hoher Flexibilität – denn man kann, wenn überhaupt, das inter nationale und sogar das europäische Geschehen nur marginal beein - flussen – und einem steten, aussenpolitischen Kurs, der auch grösseren Staaten und Institutionen die eigenen Prioritäten verständlich 
macht. 2. Charakteristika der kleinstaatlichen Aussenpolitik Auch wenn es keine grundsätzlichen Unterschiede zwischen der Aus - sen politik der Grossen und Kleinen gibt, so gibt es doch Charakteristi - ken kleinstaatlicher Diplomatie. So spielt sich kleinstaatliche Aussenpolitik eher in kleineren Krei - sen ab, ist von Natur aus weniger global veranlagt. Wie wir ge sehen ha - ben, ist schon die Anzahl ihrer diplomatischen Missionen klei ner, haben sie weniger globale Interessen zu vertreten usw. So hat z.B. Liech ten stein ganz natürlich der Nachbarschaftspolitik einen sehr hohen Stellenwert eingeräumt. Dies betrifft natürlich insbesondere die Bezie hun gen zu den Nachbarstaaten, räumt aber einige Bedeutung den regio na len oder, wenn man will, subregionalen Beziehungen ein (Koopera tion der Grenzregion usw.).Diese regionale Komponente unserer Aussenpolitik gewinnt, viel - leicht paradoxerweise, an Gewicht, obwohl die Welt bekanntlich ein Dorf wird. Eine treibende Kraft in dieser Prioritätensetzung ist die euro - päische Integration, die auch für uns diesbezüglich neue Verhältnisse schafft (grössere Permeabilität der Grenzen, stärkeres Selbstverständnis der Gliedstaaten 
usw.).195 
Diplomatie und Aussenpolitik von Kleinstaaten
        

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