Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
39
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000240237/167/
Unabhängig von der genauen Spezifizierung der Modelle in Tabel - le 2, zeigt sich entsprechend der theoretischen Vorhersage, dass kleinere Staaten relativ höhere Konsumausgaben aufweisen als grössere Staaten.5 Interessant ist darüber hinaus, dass sich der negative Grösseneffekt – entgegen unseren ursprünglichen Erwartungen aufgrund der zunehmen - den Internationalisierung und einer steigenden Anzahl von Kleinstaaten in der Welt – seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts sogar ver schärft anstatt verringert 
hat. 2.2. Der private Sektor Auch der private Sektor von Kleinstaaten wirkt vordergründig anfällig und schwach, wenn man ihn durch die wirtschaftstheoretische Brille be - trachtet. Aus einer Reihe von Gründen wird abgeleitet, dass Kleinstaaten einen erheblichen ökonomischen Nachteil zu tragen haben. Zu den am häufigsten genannten Argumenten zählen die aus Skaleneffekten resul - tie renden Nachteile – die nicht nur im öffentlichen, sondern auch in vie - len Branchen im privaten Bereich auftreten – und der sehr kleine natio - nale Markt, der zusätzlich in der Regel einen (zu) geringen Wettbewerb zwischen Anbietern aufweist; weiters, die hohe Abhängigkeit vom Ausland bzw. von ausländischen Märkten und die kleine selbst erzeugte Produktpalette, die zur Anfälligkeit gegenüber so genannten exogenen Schocks führen, sowie das Fehlen von internen Ausgleichsmechanismen im Falle des Eintretens solcher exogener ökonomischer Schocks. Auch wenn demgegenüber Argumente stehen, die für wirtschaft - liche Vorteile von Kleinstaaten sprechen – man denke an die oft be schwo - rene hohe Flexibilität der Bürgerinnen und Bürger, die höhere Ent schei - dungseffizienz, die fast zwangsläufige Offenheit gegenüber dem Aus land, die in vielerlei Hinsicht auftritt, oder die stärkere (Präferenz-) Ho mo - genität und die viel zitierten «kurzen Wege» sowie eine hohe Effek tivität der Gesetzgebung verbunden mit einer gewissen internatio nalen Ver - nach lässigung – so scheinen aus theoretischer Sicht doch eher die ne ga - 173 
Aussenabhängigkeit und der öffentliche Sektor von Kleinstaaten 5Zusätzliche empirische Modelle und weitere Informationen über die methodische Vorgangsweise finden sich in Kocher, Does Country Size Really Influence Public Sector Size?, Discussion Paper, Institut für Finanzwissenschaft Innsbruck, 2003, sie- he http://homepage.uibk.ac.at/homepage/c404/c40433  (5.8.2004).
        

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