Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
38
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000238178/364/
II. Begriff 1. Begriffsumschreibung Die «res sacrae» entstammen als Begriff dem Kirchenrecht, das darunter kirchliche Vermögensgegenstände, die unmittelbar gottesdienstlichen Zwecken dienen, versteht.83Sie sind im Wesentlichen gewohnheits recht - lich entstanden. So bestimmt auch das (staatliche) Gewohnheitsrecht, das in dieser Beziehung an das innerkirchliche Recht anknüpft,84welche Sachen den res sacrae zuzurechnen 
sind. 2. Gegenstand des (staatlichen) Verwaltungsrechts Das Verwaltungsrecht des Staates hat dieses Rechtsinstitut der res sacrae im Rahmen des Rechts der öffentlichen Sachen übernommen. Es stellt da bei auf den kirchlichen Akt der Widmung ab, der im Fall der katho - lischen Kirche in der Konsekration oder Benediktion 
besteht.85 III. Zuordnung zum Recht der öffentlichen Sachen 1. Entstehung und Verlust a) Entstehung: Widmung Die Rechtsqualität der res sacrae als öffentliche Sachen im Sinn des Staatskirchenrechts leitet sich aus dem öffentlichrechtlichen Vorgang der Widmung der Sache zum kultischen Gebrauch durch die Kirche (Religionsgesellschaft) als Körperschaft des öffentlichen Rechts ab. Die 364Begriff 
und Arten der öffentlichen Sachen 83Campenhausen, S. 180 f., Rdnr. 165; Schütz, S. 3; in diesem Sinn auch die Umschrei - bung in Art. 169 EO, wonach Gegenstände, die zur Ausübung des Gottesdienstes einer Kirche oder Religionsgemeinschaft verwendet werden, der Exekution entzo - gen sind. 84Schütz, S. 10; vgl. beispielsweise die Präambel im Gesetz über die Regelung der Bau - kon kurrenzpflicht bei vorkommenden Kirchen- und Pfrundbaulichkeiten, wo da- von die Rede ist, die Baukonkurrenzpflicht mit «Rücksicht auf die bisherige Obser - vanz und auf die Bestimmungen des gemeinen Kirchenrechtes gesetzlich zu regeln». 85Listl, S. 54.
        

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