Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000234714/88/
und den 1980er/90er Jahren. Die meisten Projekte hatten nur kurzen Be stand. Als relativ dauerhaft erwies sich die Wochenzeitung «Der Liech ten steiner» bzw. «Liechtensteiner Wochenspiegel» zwischen 1964 und 1976. Noch deutlicher stellt sich das Ressourcen- und Marktproblem bei den elektronischen Medien, deren Rentabilität in der Regel von einem potentiellen Publikum abhängt, das weit über der Grösse der liechten- steinischen Bevölkerung liegt. Nach einer kurzen Radioepisode 1938/39 wurde viele Jahrzehnte von Liechtenstein aus kein Radio mehr betrie- ben. Die Entwicklung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks machte Liech ten stein nicht mit. Aber auch die Liberalisierung im Rundfunk - recht, in deren Zuge europaweit zunehmend private Radio- und Fern - seh statio nen zugelassen wurden, wurde in Liechtenstein nur zögerlich in Angriff ge nommen. Diesbezügliche private inländische Initiativen, die seit 1974 bekannt sind, führten erst 1995 mit der Konzessionierung von Radio L zum Ziel. In der Folge stellten sich den privaten Radiobetrei - bern jedoch finanzielle Probleme, die mit der mangelhaften Betriebsfüh - rung einerseits, aber auch mit dem begrenzten Markt andererseits zu- sammenhängen. In Liech ten stein wurde Radio L zum Radiosender Num mer eins. Die Reich weite in der angrenzenden Region blieb jedoch marginal. Selbst die grosszügigen staatlichen Subventionen konnten die enormen Betriebs de fizite des Senders nicht aufwiegen, sodass im Jahr 2003 die Ein stel lung des Sendebetriebes angekündigt wurde. Die Regie - rung schrieb die Kon zes sion nicht neu aus, sondern verfolgte stattdessen den Weg zu einem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der als «Radio Liechtenstein» die Nach folge von Radio L antrat. Radio L hatte die Hoff nungen auf eine un abhängige und kritische Medienstimme nicht einlösen können. Das Programm blieb flach und von zweifelhafter jour- nalistischer Qualität. Ob Radio Liechtenstein die im Jahr 2003 vom Land tag verabschiedeten Rund funkgesetz formulierten hohen journalis - tischen Qualitäts stand ards zu erfüllen vermag, muss sich indes erst noch weisen. Wie beim Radio wurde auch beim Fernsehen der seit den 1940er Jahren einsetzende Aufbau von öffentlich-rechtlichen Rundfunk an stal - ten in Liechtenstein nicht nachvollzogen. Auch für die Etablierung von privaten Fernsehstationen wurden lange Zeit die gesetzlichen Grund - lagen verschleppt und erst im Gefolge der Liberalisierungswelle in Europa mit Verspätung geschaffen. Alle bisherigen Versuche von priva- 88Mediengeschichte
        

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