Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000234714/65/
obwohl der Verwaltungsratspräsident noch im April erklärt hatte, dass der Sender im finanziellen Bereich im Plan sei.124Das Ende von Radio L war damit eingeläutet. Nach Verhandlungen erklärte sich der Privat - träger bereit, den Sendebetrieb bis Ende 2003 aufrechtzuerhalten. Paral - lel dazu machte sich die Regierung in einer Blitzaktion an ein Konzept zur Fortführung eines Radiosenders in Liechtenstein. Der Grund für das Ende des Senders lag darin, dass es Radio L nicht geschafft hatte, aus den roten Zahlen herauszukommen. Es zeichnete sich auch keinerlei Per - spek tive auf eine finanzielle Besserstellung oder einen Abbau der jähr - lichen Defizite ab. Hinzu kamen zu erwartende Kosten für eine weitere avisierte Ausbaustufe für den Sender mit Sendeanlagen auf Valzeina, Walenstadtberg und dem Pfänder, welche das Sendegebiet von Radio L erweitern sollten. Der Verwaltungsratspräsident Peter Ritter meinte dazu, dass dieser Ausbau einem privaten Geldgeber nicht mehr zuzu- muten sei, nachdem er selbst bereits rund 12 Millionen Franken in den Sender investiert habe.125Acht Jahre nach dem Sendestart sah das Budget von Radio L katastrophal aus: Im Jahr 2003 waren bei einem Betriebs - auf wand von knapp 5 Millionen Franken nur gerade knapp 2 Millionen Franken an Betriebseinnahmen (vor allem aus Werbung und Sponsoring) budgetiert.126Trotz staatlicher Subventionen von knapp einer Million Franken blieb dem Sender damit ein zu erwartendes Defizit von etwa 2 Mil lionen Franken. Radio L hatte einen Ausgabenweg eingeschlagen, der jedes vernünftige Mass für einen kleinen Lokalsender überstieg. Letzt lich war Radio L nicht an den Einnahmen, sondern in erster Linie an überbordenden Ausgaben gescheitert. Vertreter von Privatradios in Vor arlberg und dem Schweizer Rheintal zeigten sich denn auch erstaunt, dass ein Privatradio mit solch grosszügiger öffentlicher Unterstützung 65 
Radio 124Interview mit Peter Ritter im Wirtschaft regional/Liechtensteiner Vaterland vom 26. April 2003, S. 4: «Es gibt zwei Zustände zu hinterfragen. Erstens: Haben wir das Ziel erreicht, Liechtenstein in der Region eine Stimme zu geben? Da muss man ja sa- gen. Zweitens: Sind wir im finanziellen Bereich im Plan? Auch hier lautet die Ant - wort ja. Dass es wirtschaftlich zweifelsohne noch Schwierigkeiten gibt, ist ein ande- res Problem. Aber die grundsätzliche Zielsetzung ist umgesetzt.» 125Bericht im Liechtensteiner Vaterland vom 23. August 2003. 126Der Radio-L-Intendant hatte bereits ein Jahr zuvor über sinkende Werbeeinnahmen geklagt. Die Wirtschaftsflaute habe zu einem Umsatzeinbruch von rund 3 Mio. Fran ken (2001) auf rund 2,2 Mio. Franken (2002) geführt. Unter «Umsatz» waren wohl «Einnahmen» zu verstehen.
        

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