Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000234714/302/
ellen Fernsehversuche sind gescheitert oder gar nie bis zur Sendereife vorangetrieben worden. Dies betrifft insbesondere auch die auf ein in- ternationales Publikum schielenden, möglichst via Satellit auszustrah- lenden Sender. Auf dem Gebiet des Radios war Radio L der erste liech- tensteinische Sender in der neueren Zeit. Der erste liechtensteinische Stand ard war somit ein Kommerzradio, das auf die für die Werbekund - schaft massgebliche Zielgruppe der Jüngeren abgestimmt war. Mit der Umwandlung in einen öffentlich-rechtlichen Sender tritt der kommer - zielle Aspekt in den Hintergrund. Der Liechtensteinische Rundfunk soll ein ausgewogenes Programm für alle Bevölkerungsschichten anbieten. Die Werbung soll zwar weiterhin einen Teil der Einnahmen generieren, im Konzept sind aber auch staatliche Zuschüsse sowie eine Option auf Ein führung von Rundfunkgebühren vorgesehen. Der Massstab für Ra - dio Liechtenstein wird dementsprechend nicht nur die Einschalt quote, sondern auch die Qualität des Programms sein. Die Entwicklung läuft somit in dieser Sparte tendenziell weg von der Kommerzialisierung. Auch bei den Zeitungen – von der LieWo als Wochen-Anzeiger ab- gesehen – ist nicht ohne weiteres eine Kommerzialisierung zu diagnosti- zieren. Zeitungen stehen generell unter einem enormen Kostendruck, sind anzeigenabhängig und damit einnahmenseitig auch konjunkturellen Schwankungen unterworfen. Und sie sind auch gezwungen, technische und administrative Rationalisierungsschritte laufend zu vollziehen. Auf Seiten der Leserschaft treffen sie dabei auf zunehmend gebildete Schich - ten, die Qualitätsanspruche an die Medien stellen. Vor diesem Hinter - grund hat in den umliegenden Ländern nach dem weitgehenden Niedergang von Parteizeitungen eine Flurbereinigung auf dem Print me - dien markt stattgefunden, der insbesondere Lokal- und kleinere Regio - nal zeitungen erfasste. In der Schweiz wird dies etwa durch spektakuläre Fusionen von Zeitungen, wie beispielsweise im Falle der Neuen Luzer - ner Zeitung oder der Mittellandzeitung, dokumentiert. Diese Entwick - lung ist begleitet von einem Bedeutungszuwachs grosser Verlagshäuser – etwa der Tamedia AG, die um den Tagesanzeiger gruppiert ist, dem Verlag der Neuen Zürcher Zeitung oder Ringier. Die Tageszeitungen in Liechtenstein sind von dieser Entwicklung noch nicht vollständig erfasst worden. Im Verhältnis zur Bevölkerungs - zahl ist die ungebrochene Existenz von zwei Tageszeitungen, die für den gleichen Markt produziert werden, deutlich überdimensioniert. Dieser eher ungewöhnliche Zustand ist dem geradezu anachronistischen Um - 302Zusammenfassende Betrachtungen
        

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