Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000234714/301/
oder dem Radio. Es arbeiten zwar, wie bei Lokalzeitungen üblich, wei- terhin eine Vielzahl freischaffender Journalisten bei den Medien, insbe- sondere bei den Zeitungen. Die Kernbelegschaft setzt sich aber aus Voll - be ruflern zusammen. Dadurch entsteht aber auch ein wachsendes Spannungsfeld zwi- schen der Berufsauffassung der journalistisch Ausgebildeten und dem Auf trag des Arbeitgebers, welcher im Falle der Tageszeitungen weitge- hend ein Parteienauftrag ist. Das Modell der Parteizeitungen ist mit den Prinzipien des Journalismus kaum vereinbar. Parteienpropaganda und guter Journalismus vertragen sich nicht. Die Medienschaffenden, die sich in dieser Zwickmühle befinden, können freiwillig einlenken, unfrei- willig resignieren, sich Nischen in ihren Medien schaffen oder den Arbeitsplatz bzw. überhaupt den Beruf wechseln. Alle diese Spielarten kommen in Liechtenstein denn auch 
vor. 9.3 Globalisierung, Kommerzialisierung und Monopolisierung der Medien? Unter dem Stichwort der Kommerzialisierung der Medien wird insbe- sondere eine Entwicklung charakterisiert, die mit dem Aufkommen von privaten Radio- und Fernsehsendern einhergeht. Diese auf Werbeein - nah men angewiesenen und von privaten Investorengeldern abhängigen, möglichst auf Profit getrimmten Sender waren notgedrungen kommer- ziell orientierte Sender. Einschaltquoten, Reichweiten, Zielgruppenkon - for mität, Marktanteile u.a. wurden zu Schlüsselbegriffen dieser Sender. Die Phänomene, die diese Entwicklung hervorgebracht hat, sind in der Forschung ausführlich untersucht und beschrieben worden. Es wurde befürchtet, dass die Programme insgesamt abflachen, Nachrichten zum Infotainment degradieren, anspruchsvolle Sendungen verloren gehen. Die Kommerzialisierung hat aber auch den Printmedienbereich erfasst, indem politisch motivierte und auf Idealismus basierende Projekte den deutlicher wirtschaftlich orientierten Projekten Platz machen. Mar - keting und Kundenpflege werden dabei wichtiger als publizistische An - sprüche. Optisch wird diese Entwicklung unterstrichen durch grössere Schlagzeilen, höhere Bildanteile, Vierfarbigkeit usw. Auf die Mediensituation in Liechtenstein bezogen, lassen sich dies- bezüglich keine eindeutigen Schlussfolgerungen ziehen. Die kommerzi- 301 
Globalisierung, Kommerzialisierung und Monopolisierung der Medien?
        

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