Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000234714/282/
deutlichere Zustimmung, nämlich dem Ziel des «Kommentierens und der Meinungsbildung». Das hängt vermutlich damit zusammen, dass die Medien in der Schweiz den Journalisten diesbezüglich einen gewissen Frei raum zugestehen, während in Liechtenstein die Meinungsbildung bereits inhärenter, parteipolitischer Zweck der Medien – mindestens der Print medien – darstellt und auf Seiten der Journalisten die Meinungs bil - dung daher negativ konnotiert ist. Bei den meisten anderen Zielen zeigt sich in Liechtenstein eine höhere Zustimmung als in der Schweiz. Be son - ders deutlich tritt der Unterschied wiederum bei den ökonomischen Zielen – Kostenbewusstsein, Vermarktung, Werbeumfeld – zutage. Global betrachtet unterscheiden sich die Wertevorstellungen der Journalisten je nach Land zum Teil erheblich. Aus der vergleichenden Untersuchung von Weaver, die auf einer Vielzahl von Einzelstudien beruht, betrachten wir hier die Antworten auf die Frage nach der Rolle der Journalisten. Zur Auswahl stehen die «schnelle Nachrichtenüber - mitt lung», die «Analyse», die «Regierungskontrolle», der «Zugang der Öffentlichkeit», die «Unterhaltung» und die «objektive Berichter stat - tung».547Diese Fragen wurden in 22 Ländern weltweit erhoben, aller- dings nicht nach einheitlicher Methode und nicht immer vollständig. Der Vergleich kann daher nur eine grobe Richtung vorgeben. Dennoch sind einige Aspekte bemerkenswert. Die Zustimmungswerte zu den einzelnen Fragen («sehr oder extrem wichtig») variieren erwartungsgemäss stark. Am wichtigsten wird die «schnelle Nachrichtenübermittlung» ein gestuft (Mittelwert von 72 Prozent), gefolgt von der «Analyse» (65 Pro zent) und der «objektiven Berichterstattung» (60 Prozent).548Interessant ist das Verhältnis zwischen der Nachrichtengeschwindigkeit und der Objek - tivität. Bei den Ländern, in welchen für beide Fragen Daten vorliegen, zeigt sich das folgende Resultat: Die Objektivität wird in Taiwan und Hongkong höher eingestuft als das Tempo, nämlich mit einer Prozent - differenz von 18 bzw. 6 Prozent. In Deutschland beträgt der Unterschied nur 1 Prozent (74 Prozent erachten die Objektivität als sehr oder extrem wichtig, 73 Prozent die schnelle Nachrichten über mittlung). In den ande- ren Ländern rangiert hingegen die Objektivität weit hinter der Ge - schwindigkeit der Berichterstattung. In den Vereinig ten Staaten beträgt 282Medienschaffende 
547Weaver 1998, S. 466 f. 548Die Kontrollfunktion erhält 57 % Zustimmung, der Zugang der Öffentlichkeit 44 %, die Unterhaltungsfunktion 30 %. Weaver 1998, S. 466 f./Eigene Berechnungen.
        

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