Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000234714/274/
7.4.2 Arbeit in der Redaktion In einem weiteren Fragenkomplex wurde thematisiert, inwieweit bei den Redak tionen Statute, Leitbilder oder Ombudsstellen vorhanden sind, ob regelmässig Blatt- oder Sendekritik geübt wird, ob Ethik-Codices beste- hen und ähnliches. Die Antworten auf die entsprechenden Fragen doku- mentieren nur die Meinung der Befragten, nicht unbedingt die tatsäch - lichen Verhältnisse. Um die diesbezügliche Tabelle nicht zu kompliziert zu machen, wird jeweils nur der Anteil der Ja-Antworten ausgewiesen. Da alle Fragen wichtige Qualitätsmerkmale von Medien darstellen, ist dies ein Indikator für die Verankerung von Qualitätsstandards. Es kann natür lich sein, dass es in einem Medium beispielsweise ein Redaktions - statut gibt, auch wenn nur ein Teil der Befragten diesbezüglich eine zu- stimmende Antwort gibt. Trotzdem bleibt die Indikatorfunktion erhal- ten, denn in einem solchen Fall ist die Botschaft offensichtlich nicht bis zu den Journalisten vorgedrungen und daher faktisch auch nicht exis - tent. In die Auswertung werden alle Befragten – also die fest Angestell - ten wie auch die Freien – einbezogen und es werden auch die Relationen (Anteil der Zustimmung) zu allen Befragten hergestellt, d.h. also auch diejenigen einberechnet, die keine Antwort geben oder die angeben, die Frage nicht beurteilen zu können. Bei den Vergleichszahlen der Schweiz werden die gleichen Kriterien angesetzt. Das Ergebnis zeigt zwei Besonderheiten auf. Erstens zeigt sich eine deutliche Diskrepanz zur Situation in der Schweiz. Bei den meisten Aspek ten liegen die liechtensteinischen Medien zwischen rund 10 und 30 Prozentpunkten zurück. Die Rangordnung ist exakt dieselbe wie in der Schweiz, aber während beispielsweise in der Schweiz bei 76 Prozent der Journalisten eine regelmässige Blatt- oder Sendekritik stattfindet, gilt dies in Liechtenstein nur bei 47 Prozent. Ähnlich, wenn auch weniger krass, sieht die Lage bei anderen Qualitätsmerkmalen der Medien aus, also betreffend Leitbild, Redaktionsstatut, Codices u.a. Zweitens wird deutlich, dass zum Umfragezeitpunkt insbesondere das Volksblatt einen enormen Nachholbedarf auswies. Ein redaktionelles Leitbild oder ein Re daktionsstatut, Qualifikationsgespräche, Ethik-Codices, eine Om - buds stelle oder Richtlinien betreffend Meinungsumfragen scheinen bei den Volksblatt-Journalisten weitgehend unbekannt zu sein. Das Vater - land und Radio L erreichen eher Werte in der Grössenordnung der Schweizer Untersuchung. 274Medienschaffende
        

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