Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000234714/248/
Journalisten Arbeitsbedingungen zu bieten, die deren Interessen entge- genkommen. Dies betrifft nicht allein die Entlöhnung, sondern auch wei tere Vergünstigungen, Arbeitsperspektiven, Ausstattungen der Re - dak tion, Imagefaktoren, inspirierendes redaktionelles Umfeld, Zeit für Recherchen usw. Bei Lokalmedien dagegen wird viel Handarbeit und Tagesroutine verlangt. Von dieser Ausgangslage aus betrachtet würde es auf der Hand liegen, dass das Berufsziel «Journalismus» in Liechtenstein weniger attraktiv ist als in grösseren Ländern. Weshalb soll man ein Stu - dium absolvieren, um dann Nachrufe und Ähnliches zu schreiben? Falls jemand aber dennoch dieses Berufsziel anstreben will, dann vermutlich eher mit Blick auf Medien im Ausland, etwa Schweizer Fernsehen, Tages-Anzeiger usw. Dieser Weg wird immer wieder von liechtensteini- schen Journalisten beschritten.501Hinzu kommt, dass in den liechten- steinischen Medien stark parteipolitische Doktrinen vorherrschen, was die Attraktivität für viele junge Journalismus-Interessierte ebenfalls schmä lert. Und nicht zuletzt stehen die Medien auch auf dem Arbeits - markt in einem Konkurrenzumfeld, das den gut Ausgebildeten eine Viel falt an Alternativen bietet und damit Abwanderungen begünstigt, insbesondere in den boomenden PR- und Kommunikationsbereich.502 Vor diesem Hintergrund ist damit zu rechnen, dass das Aus bil - dungs niveau im liechtensteinischen Journalismus eher tief liegt. Es ist auch damit zu rechnen, dass die starken politischen Vorgaben im Me - dien bereich auf die Einschätzung der journalistischen Tätigkeit und die 248Medienschaffende 
501Als Beispiele können in jüngerer Zeit Bettina Walch (Meteo bei Fernsehen SF-DRS und Radio DRS), Fabienne Lemaire (Meteo Fernsehen SF-DRS), Thomas Hasler (langjähriger Mitarbeiter beim Tages-Anzeiger), Joachim Batliner (WoZ und andere Schweizer Medien), Sigvard Wohlwend (nach Engagements bei Liechtensteiner Me - dien Korrespondent für FACTS und andere Schweizer Medien, bevor er in die PR- Branche wechselte), Dagmar Walser (vorübergehende Mitarbeiterin bei der WoZ). 502Beispiele für Berufskarrieren vom Journalismus hin zum PR- und Kommunika - tions bereich gibt es in Liechtenstein viele (in Klammer jeweils die frühere Arbeits - stelle), etwa Walter Bruno Wohlwend (vormals Volksblatt-Chefredaktor, Radio L), Nor bert Jansen (Volksblatt, Schweizer Fernsehen 1969–1979), Herbert Oehry (Volks blatt), Alexander Batliner (Volksblatt-Chefredaktor), Siegfried Elkuch (Volksblatt), Martin Frommelt (Volksblatt, Radio L mit einer Zwischenstation als selbständiger Kommunikations be rater, inzwischen Chefredaktor beim Volksblatt), Karin Jenny (freischaffende Journalistin, LieWo), Christina Jacquat (XML, Radio L), Ines Rampone-Wanger (LieWo, freischaffende Journalistin), Gerolf Hauser (LieWo, Freischaffender beim Volksblatt), Markus Schapper (Vaterland), Klaus Schäd ler (Vaterland), Patrick Schädler (Vaterland, Radio L) usw. Jüngstes Beispiel ist Markus Goop, der im Februar 2004 als Leiter des «Wirtschaft regional» des Vater - landes in seine selbständige Event- und Marketingfirma gewechselt hat.
        

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