Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
37
Erscheinungsjahr:
2004
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000234714/222/
so wohl auf Seiten der Medien bezüglich Agenda-Setting und Meinungs - bildung, wie auch auf Seiten der Rezipienten in Bezug auf die Glaub - wür digkeit von Nachrichten und Berichten besondere Voraussetzungen. Ferner ist auch das soziale Beziehungsnetz im Ministaat besonders eng, was auch für das Verhältnis zwischen Medienschaffenden und Publikum zutrifft. Dies bedingt einerseits besondere Rücksichtnahmen in der Berichterstattung, andererseits aber auch einen schnellen Zugang von Aussenstehenden auf und in die Medien. Weiters erlaubt die Kleinheit auch eine persönliche Gegenkontrolle der Berichterstattung durch das Publikum, da dieses oftmals an den Ereignissen, über die berichtet wird, selbst anwesend war. Eine fehler- oder mangelhafte Berichterstattung kann daher leicht entlarvt werden, die Glaubwürdigkeit der Medien kann darunter leiden und generell kann das Muster der beschönigenden Be richterstattung – insbesondere über einheimische Veranstaltungen – durchschaut werden. Dennoch bleiben die Journalisten im Dilemma gefangen, dass eine rücksichtslose und kritische Berichterstattung zwar journalistisch und ethisch wünschenswert wäre, aber gleichzeitig mit Sanktionen – etwa Abonnementskündigungen oder Nachteilen für die je weilige Partei – verbunden sein kann. Schliesslich ist als weitere Be son - der heit noch anzufügen, dass als Korrektiv zur redaktionellen Bericht - erstat tung der Medien einerseits eine breitere Mediennutzung gewählt wird, indem beide liechtensteinischen Zeitungen gelesen und zusätzlich ausländische Medien konsumiert werden. Ein weiteres Korrektiv stel- lend die Leserbriefe und neuerdings auch Forumsbeiträge dar, die meist ungefiltert durch Redaktionsstuben den Weg in die Zeitungsspalten finden. Mit diesen Vorbemerkungen versehen können wir uns kurz den Da ten zuwenden, die auf der Basis verschiedener Erhebungen einen pro- visorischen Zugang zu einer liechtensteinischen Medienwirkungs for - schung eröffnen. In dieser Arbeit werden diesbezüglich keine ab - schliessenden Antworten gegeben. Dieses Kapitel soll vielmehr zu einer weiteren Vertiefung der Medienwirkungsforschung in Liechtenstein auf- fordern. Der Schluss des Kapitels enthält denn auch nicht eine abschlies- sende Analyse, sondern vielmehr eine Reihe von Fragen, die sich der Forschung weiter stellen. 222Mediennutzung
        

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