Entscheidend ist, dass jeder die ihm gegebene Gnadengabe 
wahrnimmt, die er von Christus, dem Herrn der Kirche emp- 
fangen hat; nur in einem harmonischen Miteinander vermag 
der Leib Christi aufgebaut zu werden (vgl. Eph 4,7-16). 
(Weismayer, Josef: Leben in Fülle. Tyrolia 1983, S. 128) 
Alle in meinem Alter erinnern sich noch, wie es bis vor vierzig Jah- 
ren war: Die Hauptperson war der Priester, der vorne, meist still und 
leise, lateinisch das Opfer darbrachte; die Gläubigen waren fast 
eine Nebensache und verrichteten irgendwo in der Kirche ihre 
Andacht, jede und jeder an einem eigenen Platz. Sie waren, wie 
man offiziell sagte, die «hörende Kirche», die nichts zu sagen hatte. 
Doch jede und jeden von uns sendet Jesus in der ihm und ihr eige- 
nen Stellung, den Priester als Priester, Mann und Frau in der Ehe als 
Gatten und Eltern, den Arbeiter am Arbeitsplatz, kaufmännische 
Angestellte in ihrem Büro usw. Wir sind als Seelsorger sicher in eine 
besondere Verantwortung genommen, doch wir alle, die wir als 
Pfarrei die Kirche am Ort sind, bilden das Team. Das ist eine hohe 
Aufgabe, die uns da gegeben ist. Nicht umsonst beehrt Petrus uns 
alle — nicht nur die Priester — in seinem ersten Brief mit hoheitsvol- 
len Titeln; wir seien 
ein auserwáhltes Geschlecht, eine kónigliche Priesterschaft, ein 
heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, 
damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der 
Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. (7 Petr 2,9) 
Ähnliche Gedanken hörten wir in der Lesung aus dem Epheserbrief 
des Apostels Paulus. Nach dem Willen Jesu stehen wir nicht als ein- 
same Einzelgänger in seiner Jüngerschaft, sondern gemeinsam, 
wenigstens «zwei und zwei». Wir gehören zu jenen, von denen er 
einmal sagte: 
Bei den Propheten heißt es: 
Und alle werden Schüler Gottes sein. (o 6,45) 
Seit dem Konzil ist ein schónes Stück von dieser Sicht kirchlicher 
Gemeinschaft Wirklichkeit geworden. Neben dem engsten Seel- 
sorgerteam von Pfarrer, Diakon beziehungsweise Pastoralassistent 
und Religionslehrerinnen, Küster, Organist und Kirchenchor gibt es 
 
        

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