gebrochen wären. Sicher ist schließlich, dass auch in Europa 
manch karitative Einrichtung ohne das Christentum nie ent- 
standen wäre. 
Das Auftreten gegen Unrecht und das Eintreten für Notleidende 
und Verfolgte haben im 20. Jahrhundert an der Schwelle zum 3. 
Jahrtausend eine neue Dimension erreicht. Deshalb erheben in 
vielen Ländern Asiens, Afrikas und Mittel- sowie Südamerikas 
einzelne Christen, ganze christliche Gruppen und nicht selten 
offizielle Vertreter der Kirchen warnend ihre Stimme und wei- 
sen auf bestehendes Unrecht ebenso hin wie auf die Konse- 
quenzen aus Armut und Unterdrückung. Auch in den soge- 
nannten «reichen Ländern» Europas und Nordamerikas nimmt 
die christliche Kritik an der Ausgrenzung immer größerer Grup- 
pen der Gesellschaft als Folge von Modernisierung und Globa- 
lisierung zu. Alles deutet darauf hin, dass das unbedingte Ein- 
treten für die Notleidenden und Schwachen und die Verteidi- 
gung des Humanen und der Ethik zu den wichtigsten Aufgaben 
des Christentums im 21. Jahrhundert gehören werden. 
(Antes, Peter: Mach's wie Gott, werde Mensch. Das Christentum. 
Patmos, Düsseldorf 1999, S. 201f) 
Die Kirche muss der Sendung zum Solidarisch-Sein treu bleiben. 
Früher waren es vor allem die Bruderschaften, so auch in unserer 
Pfarrei die seit 1511 bestehende St. Anna-Bruderschaft, deren Titu- 
larfest am 26. Juli begangen wird. In vergangenen Jahrhunderten 
war sie eine wohlhabende Bruderschaft, und ihre Mitglieder wus- 
sten sich der Behebung mancher Not verantwortlich. In den letzten 
Jahren haben wir mit der Pfarrei-Caritas die Sorge für jene, die nicht 
auf der Sonnenseite leben, wahr genommen. Mutter Teresa von Kal- 
kutta sagte einmal: 
Unsere Eucharistie ist unvollstándig, wenn sie uns nicht zum 
Dienst an und zur Liebe zu den Armen führt. 
Die Gegenwart fordert das Solidarisch-Sein auch im globalen Sinn 
besonders nachdrücklich; sonst geht die Schere zwischen Arm und 
Reich, Nord und Süd, West und Ost, aber auch in unseren Breiten 
11 
 
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.