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Der 1. Weltkrieg 
Zu Ósterreich- 
Ungarn vergleiche: 
Rauchensteiner, 
Manfried: Der Tod 
des Doppeladlers, 
Ósterreich-Ungarn 
und der Erste Welt- 
krieg. 2. Auflage, 
Graz/Wien/Kôln 
1994 (1. Aufl. 1993). 
Rauchensteiner, 
Manfried: Osterreich- 
Ungarn und der Er- 
ste Weltkrieg 1914 
bis 1918, Bildband. 
Graz 1998. 
Frieden gemacht werde und dass er zu Eltern und Geschwistern und 
ins Dorf Triesen — wie in ein verlorenes kleines Paradies — heimkeh- 
ren und wieder das Gymnasium besuchen diirfe. 
Fridolin Tschugmell war nicht der einzige der Familie, den der 
Krieg einforderte. Vier weitere Brüder wurden eingezogen, Marzel- 
lin, Joseph, Otto und Leo. Marzellin, der álteste, geriet bereits im 
Sommer 1915 in Galizien in russische Gefangenschaft, er kam zu- 
rück. Joseph (*1895), den Fridolin im Krieg im Südtirol traf, starb 
am 30. Mai 1918 an der Dolomiten-Front, 23jáhrig. Otto (*1898) 
geriet in italienische Gefangenschaft, erkrankte und starb auf Sardi- 
nien am 25. Oktober 1918, wenige Tage vor Kriegsende, 20jáhrig. 
Die Kriegserfahrungen haben Fridolin Tschugmell gewandelt und 
gereift. Er sah, wie zerstórerisch der Krieg wirkte, wie wenig ein 
Menschenleben galt, wie gesunde Männer zu Krüppeln geschossen 
wurden. Er wurde misstrauisch gegenüber weltlichen Autoritäten. 
Er blieb ein scharfsinniger Beobachter, der den Blick auf seine Um- 
gebung, das Kleine und das Detail richtete. Er hatte die Nichtigkei- 
ten des Lebens erfahren. Seine lakonische Art, die Dinge zu benen- 
nen, verstärkte sich. Aber zum Zyniker, dem alles wertlos wäre, 
wurde er nicht. Er behielt seinen Humor. Solcher bedeutete Zustim- 
mung zur Welt, so brüchig sie wäre. 
Die Kriegserlebnisse haben Fridolin Tschugmells weiteres Leben 
zweifellos tief geprägt. Nach der Matura hat er es der Theologie 
und dem Priestertum gewidmet. War er im Krieg Sanitäter für die 
Soldatenleiber, so wurde er nun Sanitäter für die Seelen seiner Pfarr- 
gemeinde. Auch für seine spätere, jahrzehntelange Familienfor- 
schung in Liechtenstein finden sich im Kriegstagebuch bereits Hin- 
weiszeichen: In der Freude am konkreten, genauen Detail, in der 
Konzentration auf den kleinen Ort und auf den einzelnen Men- 
schen, in der Anhänglichkeit an seine eigene Familie und nicht zu- 
letzt in der Trauer und Sorge um seine Brüder, von denen ein älterer 
und ein jüngerer das Glück nicht hatten, aus dem Ersten Weltkrieg 
heimzukehren. 
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