1917 wurde Tschugmells Einheit ins Val d’Assa verlegt, für einen 
österreichischen Gegenangriff. Hierbei überschritt Tschugmell am 
9. Juni 1917 erstmals die österreichische Grenze zu Italien als Sol- 
dat. Sie standen nördlich von Asiago, vor den Sieben Gemeinden. 
Am 13. Juni wurden sie mit italienischen Gasgranaten beschossen. 
Österreichische Gasgranaten wurden zurückgefeuert und bewirkten 
italienische Verluste. 
Unter dem italienischen Dauerbeschuss notierte Tschugmell am 
18. Juni: „Diesmal gibt es ein Loch in die Haut, kommt mir vor.“ 
Bis dahin war Tschugmell im Kampfgeschehen, während um ihn 
Kameraden getötet oder verletzt worden waren und er sie geborgen 
hatte, immer davongekommen, mit viel Glück. Doch am Vormittag 
des 18. Juli 1917 traf ihn in der Stellung am Ortigara, gut zwanzig 
Kilometer östlich von Trient, eine italienische Handgranate. Sie ver- 
letzte ihn an beiden Händen und im Gesicht. Besonders die linke 
Hand war übel zugerichtet und voller Granatsplitter. 
Tschugmell wurde von der Front zurückgebracht, über verschie- 
dene Verbandsplätze schliesslich ins Feldlazarett zu Mattarello süd- 
lich von Trient. Mit der Verwundung im Juli 1917 war Fridolin 
Tschugmells mehr als zweijährige Frontzeit vorläufig beendet, und 
es begann die Lazarettzeit. 
Im Lazarett, Rekonvaleszent 
Nach drei Wochen Aufenthalt im Lazarett von Mattarello wurde 
Tschugmell im August 1917 nach Innsbruck verlegt. Es folgte unge- 
fähr ein Jahr, während welchem er als militärischer Rekonvaleszent 
wiederhergestellt wurde, für neuerliche Frontverwendung. 
In Innsbruck kam Tschugmell für eine Woche in die „Sortie- 
rungsstation“. Er galt als „Leichtverwundeter“. Er wurde vorerst 
für drei Wochen ins Reservespital ,,Caslau* in Schwaz (Tirol) und 
darauf für eineinhalb Monate in ein Reservespital nach Wien ver- 
legt. Das letztere lag in einem Schulhaus im 17. Bezirk. Von hier aus 
konnte er, da er gehfáhig war, den Prater, den Stephansdom, Schloss 
Schónbrunn samt Tiergarten und etwa auch die neugotische Votiv- 
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Der 1. Weltkrieg 
  
 
        

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