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28 Abs. 2 und 31 Abs. 3 LV, die eine Regelung der Niederlas- 
sungs- und der (sonstigen) Rechte der Ausländer dem Staats- 
vertragsrecht (und dem Gegenrecht) übertragen880, Ist dem 
aber so, stellt sich das von Art. 8 Abs. 2 LV an Landesfürst und 
Regierung erteilte Mandat als äusserst weitreichend dar®81: Auf- 
grund dieser Bestimmung ist es z.B. möglich, einen Teil des 
(ohnehin schon sehr kleinen) Staatsgebiets Liechtensteins ab- 
zutreten882 oder — wie es vom Staatsgerichtshof in StGH 
XIII. /1947-1954 gebilligt worden ist — in die von der LV ga- 
rantierten Grundrechte einzugreifen, und zwar ohne dass ein 
solcher Eingriff durch ihn, den Staatsgerichtshof, auf seine 
Verfassungsmässigkeit überprüft weden kônnte. Die Offenheit 
dieser Praxis hat in StGH 1981/18 ihre Fortsetzung gefun- 
den883, 
An Art. 8 Abs. 2 LV gemessen geht die Vertretungsmacht 
von Landesfürst und Regierung also weit. Bindungen, die ei- 
nem vólkerrechtlichen Vertrag a priori verschlossen sind, 
nennt diese Bestimmung nicht; andere Gesichtspunkte sind — 
im Sinne der „aus dem Gewaltenteilungsgrundsatz abgeleite- 
te(n) Maxime des sogenannten judicial self restraint"98^ — , der 
verwaltungsgerichtlichen Überprüfung 885 von vornherein 
entzogen$86, Die Flexibilität, die der Auswärtigen Gewalt in 
der Verfassungswirklichkeit zur Verfügung steht, erweist sich 
damit als erheblich: Nicht nur, dass Art. 8 Abs. 2 LV ihre Tätig- 
keit von vornherein nicht in Schranken weist; in den Fällen ei- 
ner (aussen- oder innenpolitisch) „heiklen Frage“887 besteht 
als Ausdruck der political question-Doktrin“888 die Rück- 
zugsmöglichkeit in eine gerichtlich nicht überprüfbare Sphäre, die 
auch der Staatsgerichtshof nicht betritt. 
Siehe zur Reichweite dieser beiden Bestimmungen (im Rahmen des Rechtsinstituts des 
völkervertragsrechtlichen Verordnungsrechts) das 12. Kapitel Pkt. 4.1.2. 
Gleichlautend Steger (Landtag) S. 124: ,Gegenstand eines Staatsvertrages kann alles sein, 
was der Staat überhaupt wollen kann“. 
Die gleiche Sprache spricht Art. 4 Abs. 2 LV. 
Siehe hierzu StGH 1981/18, LES 2/1983 S. 40 sowie das 24. und das 25. Kapitel. 
StGH 1998/56, LES 3/2000 S. 110f (Kursivstellung durch den Verfasser). 
StGH 1998/56, LES 3/2000 S. 110f (Kursivstellung durch den Verfasser). 
Bei diesen Tätigkeiten handelt es sich um die ‚Geschäfte der auswärtigen Verwaltung‘ i.S.v. 
Art. 29 Abs. 2 Bst. b zweiter Unterabsatz LVG. 
StGH 1998/56, LES 3/2000 S. 111. 
StGH 1998/56, LES 3/2000 S. 111 (Kursivstellung durch den Verfasser). 
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