Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
36
Erscheinungsjahr:
2003
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000205868/40/
–und kann in ausgreifender rechtsvergleichender Perspektive als ein «Er folgs modell» verfassungsstaatlicher Ausprägung der letzten Jahr zehnte bezeichnet werden.116 Schliesslich hat er gegenüber der liechtensteinischen Bezeichnung «Be - schwerde zum Schutz der verfassungsmässig gewährleisteten Rechte der Bürger» den Vorzug der 
Kürze. 2.Das liechtensteinische Verfassungsprozessrecht a) Das liechtensteinische Verfassungsprozessrecht: Fragmentarischer Charakter und kompliziert-unklare Verweisungstechnik Jede Befassung mit dem liechtensteinischen Verfassungsprozessrecht sieht sich mit einer elementaren Schwierigkeit konfrontiert, dem Umstand nämlich, dass das liechtensteinische Verfassungsprozessrecht nicht mehr ist als ein (höchst) lückenhaftes «Konglomerat von Bestimmungen».117Die einschlägigen Rechtsquellen weisen insgesamt einen fragmentarischen Charakter auf, sind jedenfalls zum Teil nicht funktionsgerecht miteinander verknüpft und darüber hinaus durch den Staatsgerichtshof bislang auch nicht auf ein konsistentes System hin in- terpretatorisch entfaltet worden.118 Damit unterscheidet sich das liechtensteinische Verfassungs pro - zess recht – trotz der nicht zu unterschätzenden Vorbildfunktion der österreichischen Verfassungsgerichtsbarkeit – deutlich von der Konzep - tion des Prozessrechts der verfassungsgerichtlichen Verfahren im Nach - bar land. Das VerfGG geht davon aus, dass in Verbindung mit den ver- fassungsrechtlichen Vorgaben und der Subsidiaritätsregel der sinnge - mäs sen Anwendung der ZPO (s. §35VerfGG) das Verfahren des Verfas - 40Grundstrukturen 
und Zentralelemente 116Siehe etwa den jüngsten Überblick von Georg Brunner, JöR NF 50 (2002), 191 ff. 117So zu Recht Herbert Wille, Normenkontrolle, S. 119. 118So scheint die Befassung mit prozessrechtlichen Fragen in Teilbereichen zuzuneh- men (so etwa die Einschätzung bei Wolfram Höfling, in: Herbert Wille (Hrsg.), Fest gabe Staatsgerichtshof, S. 138 [141 f.]); im Ganzen aber trifft die Feststellung Willes weitgehend zu: «Verfahrensrechtliche bzw. prozessuelle Fragen werden …in der Judikatur des StGH kaum diskutiert und beantwortet».
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.