Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/9/
Die vereinnahmte Presse Joachim Batliner Im Unterschied zur Medienschelte, die Medien im Ausland über sich er- gehen lassen müssen, ist die liechtensteinische Version davon eine viel tiefer gehende: Nicht nur, dass falsch informiert werde, zuwenig oder zu einseitig oder zu oberflächlich. Die liechtensteinischen Medien werden dafür verantwortlich gemacht, dass wegen ihrer mangelhaften Leistung das politische System Liechtensteins – die Demokratie zumindest als ein wichtiges Teilsystem – nicht funktioniere. Diesen Vorwurf müssen die Medien akzeptieren, sie können ihn nicht weitergeben an die Gesell - schafts ordnung und die Strukturen Liechtensteins, die keine andere Me - dien landschaft wollten oder erlaubten. Die demokratische Struktur braucht strukturierte Medien, transparente Medien, die Demokratie muss von den Medien mitgestaltet werden. Sie ist Grundlage der Medien und gleichzeitig ihr Ziel. Von den liechtensteinischen Medien zu verlangen, sie müssten Identität stiften, das wäre nicht nur zuviel verlangt, das wäre das Falsche verlangt: Identität stiftende Medien sind Instrumente der Propaganda. Diese ha- ben die Aufgabe, Menschen an etwas glauben zu lassen. Medien können nur Identität vermitteln: Wenn sie als Trans por - teure der politischen Botschaften die Gesprächskultur einer Gesellschaft mittransportieren – so wie sich diese Gesprächskultur in den politischen Debatten niederschlägt. Aber sie bleiben 
media, Vermittelnde, selbst dann, wenn sie Meinungen bilden. Von den liechtensteinischen Medien zu verlangen, sie müssten eine Identität haben, das wäre das Richtige verlangt – aber es scheint zuviel verlangt zu sein. Identität spricht das 
Selbsteiner Person, einer Organisation an, eine in- nere Einheit, die als solche vom Selbst und von aussen erlebt und er- 9
        

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