Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/59/
Aussenpolitik als Instrument der Identitätsgestaltung1 Alicia 
Längle Liechtensteinische Identität im Wandel der Zeit Noch anfangs des 19. Jahrhunderts nahm die individuelle Beschreibung von Zugehörigkeit und Identität in erster Linie Bezug auf den sozialen Status, die Religion und die Mitgliedschaft in einer kleinen, dörflichen Gemeinschaft. Die Nation als eine «relativ grosse menschliche Gruppe, die gekennzeichnet ist durch ein Bewusstsein ihrer historischen, sozialen und kulturellen Einheit und den Willen, zusammen zu leben»2, ist daher ein relativ junges Gebilde. Bevor sich der Wille zum Zusammenleben formierte, musste sich unter der Bevölkerung zunächst ein Bewusstsein der nationalen Einheit bilden bzw. musste diese nationale Zugehörigkeit konstruiert werden.3Die nationalen Identitäten, welche im heutigen Euro pa etabliert sind, entstanden mit dem sich mit der französischen Revolution manifestierenden Selbstverständnis, dass der Staat, an den sie geknüpft sind, nicht das Eigentum eines Herrschers, sondern die Errun - gen schaft der Bürgerinnen und Bürger darstellt.4 In Liechtenstein drückte sich die nationale Identität erstmals in der Revolution von 1848 aus, in deren Vorfeld sich unter der Bevölkerung ein neues politisches Selbst- und Staatsbewusstsein entwickelte: Nicht mehr als Untertanen, sondern als mündige Bürger traten sie der Obrig - keit entgegen und forderten das Recht zur Mitgestaltung der Geschicke 59 
1Mein Dank geht an alle, die mit ihren Anregungen zu diesem Artikel beigetragen ha- ben. 2Thiesse, 2001. 3Der wissenschaftliche Ansatz des Konstruktivismus (z.B. Gellner, Keyes etc.) geht da von aus, dass Identitäten – sowohl persönliche wie ethnische oder nationale – kei- ne angeborenen und statischen, sondern konstruierte und dynamische Zugehörig kei - ten sind. 4Altmann, 2001.
        

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