Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/51/
51 
Halbzeit Von Österreich nach Liechtenstein – Mein Weg in die neue Identität Ingrid Kaufmann-Sele Geboren und aufgewachsen bin ich in Vorarlberg als älteste Tochter der Mechtilde und des Gottlieb Sele-Müller. Sie hatten sich in der Nach - kriegs zeit auf dem Sareiser Joch kennen gelernt, und aus der zufälligen Bekanntschaft wurde eine Beziehung fürs Leben. Ich verbrachte meine Kinder- und Jugendzeit in Nenzing. Wir wohnten im Elternhaus meiner Mutter, zusammen mit meiner Ahna und Mutters Schwester Agathe. Mein Vater war ein Wochenendgast, da er weiterhin in Liechtenstein und in der Schweiz arbeitete und lebte. Er kam am Freitagabend und brach- te Hörnle, knusprige Bürle und Schokolade aus seinem Heimatland mit. Meine beiden Schwestern Edith, Maria und ich freuten uns immer riesig auf unseren Papa. Wir waren traurig, wenn er am Montagmorgen wieder Richtung Liechtenstein abfuhr. Liechtenstein war für uns ein fast unbekanntes Land. Wir waren gelegentlich zu Besuch bei Verwandten in Triesenberg und Balzers, unser Zu hause war aber Österreich. Dort spielte sich mein Leben ab. Dort ging ich zur Schule, dort war mein Freundes- und Bekanntenkreis. Den Som - mer verbrachten wir meistens im Nenzinger Himmel. Der Aufstieg zum Sareiser Joch gehörte jedes Jahr zum obligatorischen Wanderpro gramm. Eine erste Rast gab es bei der Grenzsteinbank Österreich-Liechtenstein. Wir Mädchen setzten uns bewusst zuerst auf die österreichische Seite, dann auf die liechtensteinische. Beide Seiten gehörten irgendwie zu uns. Es war eine Art Spiel, was wir dort machten, und es gefiel uns. Von 1971 bis 1979 studierte ich in Feldkirch, zuerst am Musisch Päda go gischen Gymnasium, dann an der Pädagogischen Akademie. Wenn immer es der Geldbeutel erlaubte, machten einige Kolleginnen und ich einen Abstecher ins TaK nach Schaan, um interessante Vorstel - lun gen zu besuchen. Während der Sommerferien arbeitete ich als All - rounderin auf dem Campingplatz in Nenzing oder ich nahm einen Büro job in Liechtenstein an. Wohnen konnte ich dann bei Tante Helene
        

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