Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/48/
der EFTA 1991, dem EWR und der WTO 1995 eine enorme Gestal - tungs auto nomie zugelegt. Aussenpolitisch ist Liechtenstein heute in wichtigen internationalen Organisationen vertreten und unterhält Botschaften in mehreren Staa - ten. Die multilaterale Zusammenarbeit bringt es mit sich, dass die Staa - ten in den internationalen Gremien durch ihre Vertreter nebeneinander Platz nehmen. Die Vertreter Liechtensteins sitzen mit am Tisch und bringen ihren Beitrag zu einem friedlicheren Zusammenleben der Völ - ker gemeinschaft ein. Immer mehr öffentliche Aufgaben werden staa- tenübergreifend wahrgenommen. Liechtenstein ist gefordert, nur dort die Stimme zu erheben, wo es etwas einzubringen hat. Der Kleine wird gehört, wenn er zur Sache spricht. Gleichzeitig wird er als störend emp- funden, wenn er sich in den Vordergrund drängt. Das Mass zu finden, ist eine tägliche Aufgabe unserer Politik. Ausgangspunkt einer Aussenpolitik der konzentrischen Kreise ist die Region. Eine Region, die integrationspolitisch auf drei Stufen bezüg- lich der Beziehungen zur Europäischen Union steht. Dabei spielt sich das Leben der meisten Menschen in der Region ab, wenn auch das ge- schäftliche Umfeld zunehmend globaler wird. Kann Liechtenstein Zentrum der Region Rheintal oder gar Bodensee sein? Ein solches An - liegen dürfte vermessen sein. Ich meine, Liechtenstein muss einer der Brenn punkte in der Region sein, indem es einerseits mit einer stark diversifizierten Wirtschaftsstruktur den Menschen die Möglichkeit gibt, sich beruflich zu verwirklichen, andererseits sich aber auch in der Re - gion engagiert, damit eine gleichmässige Entwicklung und das regionale Bewusstsein gefördert werden. Nur eine ausgeglichene Ent wick lung in der gesamten Region wird den Zusammenhalt und das gegenseitige Ver - ständnis fördern. Eine Rollenverteilung, die nicht zu Lasten einzelner Teile der Region ausgelegt ist, soll angestrebt werden. Die bilateralen Beziehungen zu den beiden Nachbarstaaten werden weiterhin von grosser Bedeutung für Liechtenstein sein. Der Zollvertrag mit der Schweiz aber auch die Beziehungen zu Österreich erlauben es Liech tenstein, verschiedenste Aufgaben zu delegieren. Gerade die un- komplizierte und freundschaftliche Zusammenarbeit im Verwaltungs be - reich zeigt uns täglich die Wichtigkeit dieser Beziehungen auf. Am Horizont zeichnen sich neue Entwicklungen ab. Was wird aus Liech tenstein, wenn die Schweiz EU-Mitglied wird? Wie sieht die Zu - kunft der europäischen Integrationsbewegung aus? Ich muss Sie enttäu- 48Otmar Hasler
        

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