Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/42/
möglichen neue Formen des Wirtschaftens und sprengen die national- staatlichen Grenzen innerhalb Sekundenbruchteilen. Die Verschiebung von Kapitalströmen auf einem Erdteil kann dramatische Veränderungen auf der andern Seite der Erdkugel verursachen. Die technische und wirt- schaftliche Entwicklung hat Abhängigkeiten geschaffen, denen selbst Grossmächte nicht entrinnen können, ohne grösseren Schaden zu neh- men. Deshalb kann sich auch die moderne Aussenpolitik nicht mehr ausschliesslich auf die zwischenstaatlichen Beziehungen, auf die Pflege der Nachbarschaft beschränken, sie wird zunehmend global ausgerichtet sein müssen. Die nationalstaatlichen Grenzen werden heute durch die wirt- schaftliche Realität gesprengt, sie haben zum Teil etwas Artifizielles an sich, existieren dort, wo Regionen zusammenwachsen in den Köpfen der Menschen schon heute nicht mehr. Der Nationalstaat ist im Begriff sich in dem Masse neu zu definieren, wie er Aufgaben an überstaatliche Ge - bilde abgibt oder abgeben muss. Die Mitgliedschaft Liechtensteins im Europäischen Wirtschafts - raum ist im oben genannten Zusammenhang ebenfalls Ausdruck einer staatenübergreifenden Politik, die für Liechtenstein in seiner Eigenstaat - lich keit einen Gewinn bedeutet. Es hat neben den beiden Nachbarstaa - ten, die ungleich grösser und bedeutender sind, eine eigene Stufe der Integration im europäischen Staatenverbund erreicht. Die Aussenpolitik Liechtensteins ist in geschichtlicher Betrachtung immer auch Integra - tions politik gewesen. Vom Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation über den Rheinbund, den Deutschen Bund, über die Beziehungen zu Österreich-Ungarn und dann zur Schweiz bis hin zur Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum hat Liechtenstein immer staatliche Aufgaben nach aussen delegiert. Liechtenstein wird auch in Zukunft darauf angewiesen sein, mit seinen Kräften haushälterisch umzugehen und zwischen Eigenwahrnehmung und Delegation von Souveränitäts - rech ten die richtige Balance zu finden. Betrachten wir die Situation Liechtensteins unter einem ausschliess - lich wirtschaftspolitischen Blickwinkel, so dürfen wir von einem sehr er- folgreich verlaufenen Integrationsprozess in den letzten Jahren spre- chen. Die Zahl der Arbeitsplätze ist von knapp 22000 Ende 1995 auf rund 29000 Mitte des Jahres 2001 angestiegen. Dabei kam es in den Jahren 1999 und 2000 noch einmal zu einer Beschleunigung des Arbeits 
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Otmar Hasler 42
        

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