Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/163/
Horst:Unsere Vorfahren hatten weder die Mittel, noch die Bautechnik, noch die Haltung, die das heutige Durcheinander ermöglichen. Katrin:Haben wir hier wirklich eine schlechte 
Baukultur? Horst:Im Grossen und Ganzen schon, wie überall auf der Welt. Es gibt ein paar einzelne Bauwerke und Ensembles, die wir hoch achten. Die sind aber dünn gesät. Zum Beispiel ist die alte Siedlung im «Steg» Aus - druck der damaligen ruralen Lebensbedingungen und Wertvor stel lun - gen (Abb. 7). Die Häuser der Architekten Sommerlad und Hinderer zei- gen schon früh zeitgemässe Architektur, den Umbruch zu einer Gesell - schaft mit neuer Ausrichtung (Abb. 8). Oder der Architekt Rheinberger thematisierte in seinem Freibad Leichtigkeit, Sonne, Licht und Luft – bis es verunstaltet 
wurde. Katrin:Ästhetik hat deshalb mehr mit Wahrheit als mit Schönheit zu tun, indem die am Bauen Beteiligten verraten, wer und wie sie sind, oder wie sie erscheinen wollen. Und darauf kommt es beim Identifizieren 
an! Horst: Es gibt auch in neuester Zeit in diesem Land Architekten, die ver- suchen, dieses Verständnis von Architektur umzusetzen. Schau dir zum Beispiel doch das Gymnasium, die Post in Eschen oder das Kunst mu - seum an. Es gibt natürlich auch wenige hervorragende Wohn- und Ein - familienhäuser, die Bauherrschaften haben dies mitgetragen (Abb. 9 und 10). Nur wenn kulturelle Werte bei allen Beteiligten geschätzt und ge- wollt werden, kann Qualität entstehen. Katrin:Aber warum äffen so viele Berchtesgadener Dächer, Tiroler Geländer, barocke Profilierungen und Balustraden und Butzenscheiben 163 
Architektur im Spiegel der Identität Abbildung 9 und 10
        

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