Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/153/
Weshalb dieser Schuld- und Selbstbestrafungsmechanismus auch ausserhalb christlicher Kulturen greift und Anzeichen einer anthropolo- gischen Konstante hat, ist nicht schlüssig 
beantwortet. Geheimnis Es bedeutet «zum Heim gehörig». Heim wiederum stammt von der in- dogermanischen Silbe «kai» ab – «liegen». Ein Heim ist der Ort, wo man sich für die Nacht niederlässt, das Geläger, das Lager. Ein Geheimnis ist etwas in Sicherheit Abgelegtes. Etwas Geheimes ist aus der Zirkulation genommen, dadurch wird es unbeweglich, unveränderbar und sprachlos. Es schläft. In wissenschaftlichen Arbeiten, die sich direkt oder indirekt mit den Finanzdienstleistungen in Liechtenstein beschäftigen, stösst man auf im- mer wieder ähnliche Anmerkungen: Verwundert wird festgestellt, dass statistische Angaben zu diesem Bereich lückenhaft sind oder gar fehlen. So erstaunt sich Alexander Meili, der Autor der kürzlich erschienenen Arbeit «Geschichte des Bankwesens in Liechtenstein», dass die Banken Daten zur Entwicklung der Bilanzsumme und des Personalbestands nicht gleich und nicht ohne weiteres zur Verfügung stellen. Sind bereits die Banken in ihren wirtschaftlichen Kenndaten schummerig, so bleibt der Treuhandsektor in dieser Beziehung geradezu gestaltlos: Seit Jahrzehnten rätselt man an der Anzahl der hier domizi- lierten Gesellschaften. (Einer, der es wissen könnte, plaudert in Daniela Marxers «Wunder land»-Film6: 80000 und jede à min. 2 Millionen sagt der Treuhänder Dr. Dr. Herbert Batliner treuherzig.) Das Geheimnis in Liechtenstein ist die bewusst gepflegte Unkennt - lich keit weiter Bereiche der Finanzdienstleistungen in 
Liechtenstein. Zusammenhänge und Wirkungen Geschichten und Geheimnis sind ein Gegensatzpaar – sie bedingen einander.153 
Geschichten, Geld und Geheimnis 6Daniela Marxer: Im Wunderland. Videofilm, 2000.
        

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