Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/133/
Identität ist ein Bürgerrecht. Das zeigt sich in der Identitätskarte, die uns in doppelter Hinsicht identifiziert. Einerseits wird das Indivi du - um in seiner Zugehörigkeit zu einer Gesellschaft (die das Recht hat IDs oder Pässe auszustellen) gekennzeichnet, gleichzeitig nennt jede ID Eigen heiten, die das Individuum klar identifizierbar machen, sollte es z.B. einmal gesucht werden müssen. Die Identität im Sinne des Bürgerrechts lässt sich leicht feststellen. Schwieriger ist es, die tatsächliche Identifikation mit der Gesellschaft, welche die Identitätskarte ausgestellt hat, nachzuvollziehen. Nur weil z.B. ein Zöllner jemanden als Liechtensteinerin identifizieren kann, weiss er noch nichts darüber, was diese als Liechtensteinerin ausmacht.5 Spätestens in den vergangenen zwei oder drei Jahrzehnten wurde die (nationale) Identität durch die Bemühungen der Vereinten Nationen in den Rang eines Menschenrechts gehoben. Bereits 1982 veranstaltete die UNESCO in Mexico City eine World Conference on Cultural Poli - cies (26 July – 6 August 1982)6. Der Begriff «kulturelle Identität» wurde damals nicht geschaffen, aber die Konferenz dürfte einiges dazu beige- tragen haben, dass in den Jahren danach bis heute weltweit über die kul- turelle Identität der Nationen nachgedacht wird. Es wurde versucht, «Kultur» zu definieren: «Culture belongs to man, to all men ...The conference was unani- mous in recognizing and reaffirming with conviction and force the equal dignity of all cultures, rejecting any hierarchy in that area ... It could be clearly seen that the affirmation of cultural identity had become a permanent requirement, both for individuals and for groups and nations ...Cultural identity was the defence of traditi- ons, of history and of the moral, spiritual and ethical values handed down by past generations. (S. 8) Der Text ist faszinierend in seiner Widersprüchlichkeit. Eingangs ist von Kul tur als solcher die Rede, dann von der Gleichheit der Würde aller Kul turen, dann von der Notwendigkeit sowohl für das Individuum wie 133 
5Bei den Schweizern mag das etwas anders sein: Ihren roten Pass darf man als ein Element dessen ansehen, was die eidgenössische Identität ausmacht. In kaum einem andern Land ist man so stolz auf seinen Pass. 6Final Report, Paris: UNESCO, 
1982. 
Wovon wir reden, wenn wir von Identität reden
        

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