Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/120/
Der Rhein ... Des Rheins ... Dem Rhein 
... III. Warum Flüsse Mäander bilden?13 Ein Sprechen über den Rhein, ohne Hölderlin die Reverenz zu erweisen, liesse die lauterste Quelle ausser Acht: Hölderlin 
«vernahm ohne Ver - mu ten ein Schicksal», übersetzte den Lauf des Rheins in (s)eine Lebens - linie, unter dem rätischen Weiler Scardanal14, 
«wo aber geheim noch manches zu Menschen gelanget»– vom Quell zur 
Mündung. «Ein Rätsel ist Reinentsprungenes. Auch Der Gesang kaum darf es enthüllen.» (Friedrich Hölderlin, aus: Der Rhein) Der Rhein mit seinen Implikationen ist eine geheimnisvolle, seiner Natur nach inkommensurable Grösse, eine nicht bloss quantifizierbare Menge von Wasserkraft. Die Wirkströme 
«des freigeborenen Rheins»charakterisieren das Rhein tal. An den Kieseln, die er schleift, leitet sich eine 
«Verfahrensweise des poe- tischen Geistes»ab: Wasser teilt sich dem Stein mit. Der Fluss schürft Sprach silben aus dem Gebirg. Strömung stillt. Strömend schreibt sich Was ser ein: Aus der Steinkrume wird ein Kiesel. «Sind nicht Kiesel und Quarzkorn Elemente des Abbaus wie des Auf - baus, sind sie nicht Mineralien zu neuem Leben?»15 Das Beiläufige / des Kiesels hart und rund / mit fernstem Schimmer 120Hansjörg 
Quaderer 13Vergleiche dazu: Albert Einstein: Die Ursache der Mäanderbildung der Flussläufe. In: Mein Weltbild, Zürich 1953, S. 217–222. 14Scardanal: rätischer Weiler mit Aussicht auf den Zusammenfluss von Vorder- und Hinter rhein. Mit ‘Scardanelli’ unterzeichnete Hölderlin etliche Turmgedichte aus der zweiten Hälfte seines Lebens (1807–1843). 15Hermann Hiltbrunner, S. 43.
        

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