Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/118/
Das sogenannt Eigene hat seit jeher aus angeeignetem Fremden be - standen. Identität erhält dort ihre politische Brisanz, wo einer von Identität als ei- nem Privileg des Einheimischen plaudert, dort wo Identität mit Heim- oder Wirtschaftsvorteil verwechselt wird. Es gibt eine übergeordnete Weite und Grosszügigkeit des Begriffs, die wir ausüben 
sollten. II. Exkurs über die gescheiterten Rheinkraftwerke 1992 hatte die Liechtensteinische Regierung das Konzessionsgesuch des Studienkonsortiums 
Nordostschweizerische Kraftwerke(NOK), Liech - ten steiner Kraftwerke(LKW) und 
Motor-Columbus AGfür die fünf ge- planten Staustufen im Liechtensteiner Rheinabschnitt nach gründlicher ‹Umweltverträglichkeitsprüfung› abgelehnt. Ein Staatsvertrag zwischen Liechtenstein, der Schweiz und Österreich wäre abzuschliessen gewe- sen, da das Grossprojekt die vitalen Interessen der Anrainerstaaten bis zum Bodensee tangiert hätte. Einstweilen konnte das Grossvorhaben ab- gewehrt werden. Die grosse Ungewissheit, wie sich die Kraftwerke mit- tel- und längerfristig auf den Grundwasserspiegel auswirken würden, gaben den Ausschlag. Trotz teuren Kampagnen und der für Liechten - stein verlockenden Aussicht, so genannte ‹saubere› Energie mit einer Fallhöhe von insgesamt 53 m (d.h. 10,5 m pro Staustufe) zu erzeugen und damit die eigene Stromversorgung ein Stück weit zu gewährleisten, gelang es der Kraftwerkslobby nicht, die Bedenken vieler Bürger und Bürgerinnen aus dem Weg zu räumen: Das Projekt scheiterte letztlich am Widerstand und an den Einsprachen engagierter Bürger und Bür ger - in nen des gesamten Liechtensteiner und St. Galler Rheintals. Etwas Tie - fer sitzendes sträubte sich gegen den Machbarkeitswahn gewisser Tech - no kraten. Es geht und ging vieles schon den Rhein hinunter. In ökologischen Kreisen argumentierte man 
gegendie Fluss kraft werke indem man 
fürden Flussregenpfeifer, 
fürdie Magerwiese am Rhein - damm, 
fürdas Rückwandern der Flussfische plädierte: Hilflos, gegen eine Zäsur dieser Grössenordnung den winzigen Flussregenpfeifer ins Feld zu führen. Es muss einleuchten, dass die Rheinkraftwerke auf einer substantielleren Ebene negiert gehören. Der Rhein auf Liechten stei ner Höhe – gelenkt und eingedämmt zwar – bildet periodisch ein Kies - 118Hansjörg Quaderer
        

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