Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/116/
‹Verfassungsdiskussion› der letzen Jahre zu einer nie für möglich gehal- tenen fürstlichen Bevormundung degeneriert ist? Bleibt (uns) aus der Distanz Anderes und Harmloseres übrig zur Iden - tifikation, als der 
freigeboreneRhein? Währenddessen der katholisch- liberale Peter Kaiser (1793–1864) oder dann der energische, christlich- soziale Dr. Wilhelm Beck (1885–1936) im 20. Jahrhundert immer noch Vereinnahmungen ausgesetzt sind? Peter Kaiser, mit Bestimmtheit kein Jacobiner, vergegenwärtigte die wechselvolle Geschichte des 
LandesLiechtenstein, ‹die böhmische Skla - ve rei› im Ohr, für helvetische Optionen offen, mit grosser Sympathie für seine Landsleute. Kaisers 
Geschichte des Fürstenthums Liechtensteinvon 1847, von der Obrigkeit als ‹seichtes Produkt› verschrien, zumal Peter Kaiser die Beamtenwillkür scharf kritisierte, wurde zunächst beschlag - nahmt, bald wiederum freigegeben, für den Schulunterricht jedoch gänz- lich verboten. Die bedeutsame erzieherische Schrift bleibt ein erratisches Dokument eines erwachenden Nationalgefühls im Lande. Verschie dens - te, – sowohl Prälaten, später Anschlusswillige der Volksdeutschen Bewe - gung in Liechtenstein, als auch eine Fortschrittlichen Bürgerpartei – naschten bei Peter Kaiser als einer Art geistigen Nationalspeise ... Kann Peter Kaiser mittlerweile als rehabilitiert, oder zumindest als ediert gelten, kann man ersteres für Dr. Wilhelm Beck9, auf dessen mass geb - lichen gesetzgeberischen Grundlagen (u.a. Verfassung von 1921) der Staat Liechtenstein bis heute aufbaut, noch nicht behaupten ... Peter Kaiser wurde 1856 für seine Verdienste in Graubünden Bür ger von Vigens im Lugnez und gab – nota bene – die Liechtensteinische Staats - bürgerschaft auf. Hätte das nichts mit den 
LiechtensteinerZustän den zu tun haben sollen? D. E. Sattler formuliert in seiner 16. These zur Staatenlosigkeit: «Wer die Staats bürgerschaft aufgibt, nimmt sich dafür das Recht, fremd im Staat und einheimisch im Land zu leben.»10 116Hansjörg 
Quaderer 9In Briefen von Prinz Karl von Liechtenstein wurde Dr. Wilhelm Beck noch 1919 als ‹Robespierrli› verhöhnt. Siehe: Die Schlossabmachungen vom September 1920. 10D. E. Sattler, S. 619
        

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