Herausgeber:
Liechtenstein Politische Schriften
Bandzählung:
34
Erscheinungsjahr:
2001
PURL:
https://www.eliechtensteinensia.li/viewer/object/000147462/110/
«Sprach-Verluderung» denn um eine Verluderung der Wahrnehmung und des Empfindens. Auch die Verwendung des Englischen in beinahe jedem Bereich des täglichen Lebens, vor allem aber in der Werbung, ist o.k. Solange sich die D.I.Y.-PR-Profis bewusst sind, dass es sich beim Englischen um eine Sprache mit Regeln handelt und nicht um einen Zauberkasten voller Tricks, mit denen sich eine radebrechende Krähe in einen radschlagen- den Pfau verwandeln lässt. Schlechtes Englisch ist kein Ersatz für schlechtes Deutsch. Wer in seiner Werbung auf Englisch dilettiert, ist nicht cool, sondern schlampig. Und wer schlampig arbeitet, ist nicht post modern, sondern 
unprofessionell. Sprachliche und andere Identitäten Es herrscht die Meinung, dass sprachliche Identität allein durch das Ein - hal ten der Regeln der gesprochenen Sprache – sei dies das Sprechen «nach der Schrift» oder der Dialekt – bedingt ist. Wobei immer wieder darauf hinzuweisen ist, dass auch ein Dialekt über klare Regeln verfügt und nicht nur frei zugängliche Bezugsquelle vermeintlich kernig-lustiger Wörtern ist. Welchen Regeln gehorcht aber nationale Identität? Für Liechtenstein gelten wohl vier Urelemente, die die nationale Identität massgebend prägen: 
Das Brauchtum, die Katholische Kirche, die Monarchie, die Sprache(alphabetische Reihung). Wenn sich nun eine «Verluderung» der Sprache negativ auf die Iden tität auswirkt, dann müsste dies auch für eine «Verluderung» der Mo nar chie, eine «Verluderung» der Katholischen Kirche, eine «Verlude - rung» des Brauchtums gelten? Das hierzu notwendige Beschreiben der jeweiligen «Verluderung» gestaltet sich aber äusserst schwierig, da eine «Verluderung» gerade in den genannten Fällen äusserst interessenabhängig wahrgenommen wird. Für den Fürstentreuen sieht eine «Monarchie-Verluderung» anders aus als für den Kritiker bestimmter Wortmeldungen aus dem Fürstenhaus. Für den Befürworter einer geöffneten Kirche sieht die «Verluderung» der Katholischen Kirche anders aus als für den romtreuen Kirchgänger. Für den Brauchtumspfleger sieht die «Brauchtums-Verluderung» anders aus als für den Event-Freak. Was fehlt, sind neutrale Instanzen, die 110Mathias Ospelt
        

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